Am Centro Intercultural de Documentación (CIDOC) [1961-1976] in Cuernavaca, Mexiko, verlegte Ivan Illich (1926-2002) jährlich cirka 60 Bände zu Fragen des sozialen Wandels in Lateinamerika mit einer Auflage von 200 bis 300 Stück. Die drei umfangreichen CIDOC-Reihen Cuadernos, Dossier und Sondeos befinden sich nahezu vollständig in der Bibliothek des Österreichischen Lateinamerika-Institut. Es handelt sich dabei um eine Schenkung aus den 1980er Jahren des Wiener Instituts für Entwicklungsfragen an das LAI. Die Sammlung wurde komplettiert aus den Beständen von Hanns-Albert Steger und Leo Gabriel. Ein Forschungsstipendium der Stadt Wien (2005) und eine finanzielle Unterstützung des Österreichischen Bundeskanzleramts (2007) ermöglichten es, im Österreichischen Lateinamerika-Institut eine kommentierte Datensammlung zu erstellen, die den Bestand für vertiefende Studien erschließt. Damit wurde dem Anliegen des Herausgebers entsprochen, der diese Schriften für dokumentarische Zwecke publiziert hatte. Als Quellensammlungen sollten sie dem Studium des gesellschaftlichen Wandels in Lateinamerika nach 1945 dienen. Mit der archivarischen Aufarbeitung des Bestands wurde zu ihrer ursprünglichen Bestimmung der CIDOC-Reihen beigetragen. Sie finden heute als Dokumente für die Zeitgeschichte Lateinamerikas in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Verwendung.
Kaller-Dietrich, Martina (2008): Ivan Illich (1926-2002). Sein Leben, sein Denken. Bibliothek der Provinz: Weitra. [Erscheint im Frühling 2008] CIDOC was a magic place (Kapitel 2.6).pdf