Österreichisches Lateinamerika-Institut eLAI-Information Februar 2009
Österreichisches Lateinamerika-Institut Schlickgasse 1 | 1090 Wien Tel. 01 - 310 74 65 Fax: 01 - 310 74 65 21 office@lai.at www.lai.at ZVR-Zahl: 584 337 724
|
 |
Inhaltsverzeichnis
Spanisch und Portugiesischkurse von März bis Juni
Lernen Sie Spanisch und Portugiesisch für Ihre Privat- und Businesskommunikation! Das Österreichische Lateinamerika-Institut ist mit jährlich rund 250 Kursen der auf Lateinamerika spezialisierte Anbieter von Spanisch- und Portugiesischkursen in Österreich.
Der Spezialkurs Centroamérica (Nr. 88 im Sommersemster 2009) bietet sich besonders für Personen an, die einen regional- und themenspezifischen Kurs besuchen möchten: En este curso se dará una información general sobre geografía, cultura, educación, gobierno etc. de las cinco repúblicas centroamericanas Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua y Costa Rica. Hablaremos sobre costumbres y tradiciones, áreas protegidas, y elaboraremos un plato típico de la región. Además, profundizaremos los conocimientos gramaticales.
Das komplette Kursprogramm:
Ab dem Sommersemester 2009 bieten wir auch qualitativ hochwertige Nachhilfe für SchülerInnen in Kleingruppen an. Unsere KursleiterInnen unterrichten ihre Muttersprache und haben langjährige Erfahrung im Schülercoaching. In unseren Nachhilfekursen wird auf jede/n einzelne/n SchülerIn eingegangen, d.h. unser Angebot ist ein Einzelunterricht in der Gruppe. Mehr dazu:
Bereits im Juni 2008 wurde das LAI in die "Taxative Liste der anerkannten Bildungsträger" (Weiterbildungskonto) des WAFF (Wiener ArbeitnehmerInnen-Förderungsfonds) aufgenommen. Außerdem wurden wir im Jänner 2009 von der Zertifizierungsagentur CERT NÖ (Donau-Universität Krems) zertifiziert. Damit wurden wir vom Land Niederösterreich in die Liste anerkannter Bildungsträger aufgenommen, und Personen mit Hauptwohnsitz in Niederösterreich können bei Buchung eines LAI-Sprachkurses um die Niederösterreichische Bildungsförderung ansuchen. Mehr dazu:
Yukatekisches Maya ist eine der heute noch gesprochenen 23 Mayasprachen. Es wird auf der Halbinsel von Yukatan in Mexiko von etwa 35% der Einwohner als Erst- oder Zweitsprache benutzt. Unser Wochenendseminar Yukatekisches Maya im April gibt eine Einführung in die Struktur der Sprache, stellt die Sprachsituation im sozialen Umfeld von der Kolonialzeit bis zur Gegenwart vor und diskutiert aktuelle Forschungsthemen. Mehr dazu:
Bolivien-Schwerpunkt 2009
Bolivien ist eines der Länder in Lateinamerika, die derzeit am stärksten in den Medien vertreten sind. Von der "Wiedergründung Boliviens" und harten Auseinandersetzungen um Koka-Legalisierung, Verstaatlichung des Energiesektors, Landreform und einer neuen Verfassung wird hier berichtet. Auf Initiative der bolivianischen Botschaft in Österreich hat das Lateinamerika-Institut daher eine Reihe von Veranstaltungen in Kooperation mit verschiedenen Universitäts-Instituten und der Tageszeitung "Der Standard" ins Auge gefasst. Den Auftakt bildete die Round-Table-Diskussion "El proceso constituyente en Bolivia" am 3. Februar, unmittelbar nach dem mit 61 % Zustimmung erfolgreichen Verfassungsreferendum. 120 Personen kamen zu der in spanischer Sprache abgehaltenen Veranstaltung in den Presseclub Concordia. Mehr dazu:
Im Sommersemester 2009 veranstaltet das Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien eine Ringvorlesung "Lateinamerika im Umbruch? Soziale Konflikte und politischer Wandel in der Krise des Neoliberalismus", bei der den politischen Prozessen in Bolivien ebenfalls viel Bedeutung zugemessen wird. Mehr dazu:
Von 4. bis 6. Juni findet der 42. Lateinamerika-Tag zum Thema Una nueva constitución - una nueva Bolivia? - Bolivien in neuer Verfassung? statt. Neben dem Lateinamerika-Institut treten als Veranstalter die Botschaft von Bolivien, das Institut für Politikwissenschaft, das Institut für Rechtsphilosophie der Universität Wien und die AK Wien auf. Neben drei thematischen Panels zu Wirtschaftspolitik, Integration und Verfassungsprozessen wird es dabei auch Workshops geben, bei denen JungakademikerInnen ihre Arbeiten präsentieren können. Mehr dazu:
Die weiteren Veranstaltungen des Lateinamerika-Instituts in Monatsübersichten:
Transnationalismus, soziale Bewegungen und kulturelle Praktiken in Lateinamerika
Kultur besteht nicht allein aus Werken und Werten einer Nation. Diese grundlegende Erkenntnis der cultural studies hat in den letzten Jahren auch die sozial- und kulturwissenschaftlichen Diskurse in und zu Lateinamerika bereichert. Kulturelle Praktiken stehen seitdem im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen. Die Ringvorlesung im Sommersemester 2009 des Interdisziplinären Universitätslehrgangs für Höhere Lateinamerika-Studien bietet sowohl Einführungen in die neueren kulturtheoretischen Ansätze als auch konkrete Beispiele von Praktiken und Prozessen, anhand derer die transnationale Rolle von Kultur im sozialen Wandel untersucht wird. Das Spektrum dabei reicht von der lateinamerikanischen Konzeptkunst der 1960er Jahre über populärkulturelle Praktiken bis hin zu den sozialen Bewegungen der Gegenwart. Mehr dazu:
Risiko, Verwundbarkeit, Film und Internet ... in Lateinamerika
Für die 25. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft österreichische Lateinamerika-Forschung von 8. - 10. Mai 2009 im Bundesinstitut für Erwachsenenbildung St. Wolfgang in Strobl am Wolfgangsee wurden drei Arbeitskreise ausgewählt:
- Risiko und Verwundbarkeit in Lateinamerika
- Filmwelt Lateinamerika und das Netzwerk Internet
- Soziale Bewegungen und Transformation
Der Call for Papers (Einreichung der Abstracts und Kurzbiographie) ist noch bis 15. März 2009 offen. Mehr dazu:
Wie im Vorjahr gibt es im Rahmen der Jahrestagung auch wieder einen Posterwettbewerb.
Vielstimmige Vergangenheiten - Geschichtspolitik in Lateinamerika
|
Geschichte ist nicht einfach das, was war, sondern Gegenstand bisweilen hitziger politischer Debatten. In den Regionen Lateinamerikas stehen die argentinischen "madres" oder Rigoberta Menchú in Guatemala beispielhaft für solche Konflikte. Dabei geht es um das Erinnern traumatischer oder polarisierender gesellschaftlicher Erfahrungen, die rezent sein, aber auch weiter in die Geschichte zurückreichen können. Anliegen des von Berthold Molden und David Mayer herausgegebenen 12. Bandes (2008) von ¡Atención! : Jahrbuch des österreichischen Lateinamerika-Instituts ist es, wesentliche AkteurInnen und Themen geschichtspolitischer Kontroversen in Lateinamerika vorzustellen und ihre Bedeutung für das politische Handeln herauszuarbeiten. Mehr dazu:
|
Neue Verlagsexemplare in der Bibliothek
08-180 Fundação Armando Alvares Penteado: Die Idee des/The Idea of Modernismo Brasileiro. Museum für Völkerkunde, Hamburg, 2006
08-197 Bundesagentur für Außenwirtschaft: Wachstumsmärkte in Lateinamerika: Chancen für Exporteure und Investoren. Bundesagentur für Außenwirtschaft
08-205 Reiner Arntz und Adrés Ré: Kontrastsprache Portugiesisch: Ein neuer Weg zum Portugiesischen auf der Grundlage des Spanischen. "Die Vielsprachigkeit Europas und die damit verbundenen Chancen und Probleme treten immer stärker in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Besonders für diejenigen, die sich professionell mit Sprachen beschäftigen, wird es immer wichtiger, nicht nur das unverzichtbare Englisch, sondern auch eine oder mehrere weitere Sprachen zumindest passiv zu beherrschen. Gerade wenn es um das Erlernen verwandter Sprachen geht, sind erwachsene Lerner sehr daran interessiert, ihre bereits vorhandenen Kenntnisse zu aktivieren und sie beim Erlernen der „neuen” Sprache zu nutzen. Will man in kurzer Zeit eine akzeptable Sprach- und Übersetzungskompetenz erwerben, empfiehlt es sich, das Lernziel zunächst auf einzelne Fertigkeiten, insbesondere auf das Leseverstehen, einzuengen und dann das erworbene Wissen Schritt für Schritt zu erweitern. Der Kurs Kontrastsprache Portugiesisch wurde für eine Dauer von drei Semestern konzipiert und an der Universität Hildesheim erfolgreich erprobt. Die Besonderheit dieser Methode besteht darin, dass der spanisch-portugiesische Sprachvergleich einen wichtigen Raum einnimmt. Der Kurs wendet sich also an deutschsprachige Lerner, die bereits über eine solide Grundlage im Spanischen verfügen; dies ist bei sehr vielen Deutschsprachigen, die sich für das Portugiesische interessieren, der Fall. Durch die systematische Berücksichtigung des Spanischen soll vorhandenes Wissen genutzt und das Bewusstsein für Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen beiden Sprachen geschärft werden. Dabei spielt nicht nur die geschriebene, sondern auch die gesprochene Sprache eine wichtige Rolle. Um einen authentischen Eindruck von der Aussprache des Portugiesischen zu vermitteln, wurden die Texte des ersten Kursmoduls aufgenommen; die Sprecher sind portugiesische Muttersprachler." Gottfried Egert Verlag, 2007
08-208 Wolfgang Reumuth: Übungsbuch zur spanischen Grammatik. "Das Übungsbuch zur spanischen Grammatik ergänzt die ebenfalls im Gottfried Egert Verlag erschienene Praktische Grammatik der spanischen Sprache von Wolfgang Reumuth und Otto Winkelmann und behandelt alle wichtigen Kapitel der spanischen Grammatik, von der Wahl der richtigen Artikelformen und der Personalpronomen über die Verwendung des pretérito indefinido und des subjuntivo bis hin zum Gebrauch von ser und estar und der indirekten Rede. Besonders ausführlich sind die Übungen zur korrekten Verwendung der spanischen Präpositionen." Gottfried Egert Verlag, 2007
08-209 Wolfgang Reumuth und Candelaria Puerta: Übungsbuch zur spanischen Grammatik: Schlüssel zu den Übungen. Gottfried Egert Verlag, 2007
08-240 Marita Lüning und Ursula Vences (Hg.): Mujeres de clase en clase: Materialien zur Gender-Orientierung im Spanischunterricht. "In der Unterrichtsrealität treffen die Unterrichtenden nicht selten auf eine gewisse Skepsis bis hin zur Ablehnung, wenn gender-orienterte Unterrichtsthemen behandelt werden – und zwar nicht nur bei den männlichen Teilnehmenden, sondern oft auch bei den Mädchen und jungen Frauen. Bei Schülern und insbesondere bei Schülerinnen hat sich häufig die Auffassung durchgesetzt, die Gleichberechtigung sei längst erreicht, im Gesetz festgeschrieben und daher auch für die Zukunft gesichert. Spanisch als die drittgelernte Fremdsprache wird häufig auf der Oberstufe unterrichtet, also zu einem Zeitpunkt, da die jungen Leute bald vor wichtigen Entscheidungen in ihrer Lebensplanung stehen. Daher scheint es angemessen, Fragen der Chancengleichheit aufzugreifen und auch im Spanischunterricht zu behandeln. Gleichzeitig können auf diese Weise die Mädchen gestärkt und von einem unzeitgemäßen rollentypischen Verhalten abgebracht werden, denn es wird wesentlich von ihnen abhängen, wie weit eine tatsächliche Gleichstellung erreicht werden kann." Edition Tranvía, 2007
08-241 María do Mar Castro Varela und Nikita Dhawan: Postkoloniale Theorie: Eine kritische Einführung. »Im deutschsprachigen Raum ist eine Einführung in das komplexe, interdisziplinäre Forschungsfeld der postkolonialen Theorie längst überfällig. Der Facettenreichtum dieser bedeutenden Perspektive, die das Augenmerk auf die Fortdauer, Folgen und Wirkungsmächtigkeit von kolonialen Diskursen, Praktiken und Denkweisen auf unsere gegenwärtigen politischen sowie wissenschaftlichen Strukturen richtet, wird in diesem ambitionierten Band auf virtuose Weise entfaltet. Mit bemerkenswerter Klarheit werden die sperrigen Schriften von Gayatri Spivak und Homi Bhabha Nicht-Spezialisten zugänglich gemacht und eine nuancierte Sicht des in Deutschland vernachlässigten Werks von Edward Said vermittelt. Mit seiner souveränen Mischung aus Engagement und kritischer Distanz trägt der Band dazu bei, die verspätete Rezeption postkolonialer Theorien hierzulande voranzutreiben und nicht zuletzt zu versachlichen. Ihm kommt das große Verdienst zu, die oft von Polemik geprägte Auseinandersetzung mit dieser neuen Forschungsrichtung in eine ernsthafte, produktive Beschäftigung umzuwandeln, und ihre Relevanz für den deutschen Kontext aufzuzeigen.« (Prof. Dr. Shalini Randeria, Universität Zürich) Transcript Verlag, 2005
08-273 Elisabeth Hüttermann (Hg.): Ich bin…: Lebensgeschichten aus Bolivien. "Mit »Ich bin …« fangen viele dieser bolivianischen Geschichten an. Es sind Geschichten von unten, von Menschen, die unter schwierigen Verhältnissen ihren Weg durchs Leben suchen. Sie sind Landarbeiter, Wäscherinnen, Schuhputzer, Sekretärinnen, Zeitungsverkäufer, Gemüsehändlerinnen, Garküchenbetreiberinnen, Campesinos, Hängemattenknüpferinnen, Bibliothekare, Metallarbeiter, Sängerinnen, Lehrerinnen. Sie leben im Hoch- und im Tiefland, in Cochabamba, Santa Cruz, La Paz, Potosí oder im Chapare. Sie sind nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren worden, und die Segnungen der neoliberalen Globalisierung sind irgendwie an ihnen vorbeigegangen. Bolivien befindet sich in einem historischen Umbruch. Menschen aus Gesellschaftsschichten, die über Jahrhunderte keine Stimme hatten, melden sich zu Wort. Bolivien ist ein Land mit über 30 verschiedenen Ethnien, mit einer faszinierenden Geografie, die von den fast 7000 Meter hohen Andengipfeln, dem 4000 Meter über Meer gelegenen Hochplateau über die fruchtbaren Täler bis zu den Urwäldern des Amazonasbeckens reicht. Menschen aus allen Teilen und Ethnien dieses Landes kommen in diesem Buch zu Wort; sie vermitteln ein authentisches Bild des heutigen Boliviens. Wer sie sind, das erfahren wir nicht zuletzt durch die wunderbaren Zeichnungen von Jesús Pérez, der seine Landsleute so darstellt, wie er sie gesehen, gehört und erfahren hat." Rotpunktverlag, 2007
08-302-PIÑE Claudia Piñeiro: Ganz die Deine. Roman. "Jede Frau wird unweigerlich irgendwann von ihrem Mann betrogen, davon ist Inés, perfekte Ehefrau und Mutter, überzeugt. Deshalb ist sie auch nicht überrascht, als sie in der Aktentasche ihres Mannes Ernesto ein Zettelchen findet mit einem Herz aus Lippenstift, unterschrieben mit »Ganz die Deine«. Ab jetzt untersteht Ernesto ihrer strengen Kontrolle. Als sie Ernesto an einem regnerischen Winterabend heimlich folgt, wird sie Zeugin eines heftigen Streits zwischen ihm und einer Frau. Die Frau stürzt, Ernesto versenkt sie im nahegelegenen See: Endlich ist die Geliebte aus dem Weg geräumt. Inés verhilft ihrem Mann zu einem Alibi, denn schließlich verbindet Hass genauso sehr wie Liebe. Doch der undankbare Ernesto denkt gar nicht daran, seine außerehelichen Aktivitäten aufzugeben. Nun beginnt Inés einen Rachefeldzug, von dem es kein Zurück mehr gibt." Unionsverlag, 2008
08-347 Karin Fischer und Susan Zimmermann (Hg.): Internationalismen: Transformation weltweiter Ungleichheit im 19. und 20. Jahrhundert. Historische Sozialkunde/Internationale Entwicklung 26. "Unterschiedlichste Internationalismen sind in den vergangenen 200 Jahren im Kampf gegen weltweite Ungleichheit gestanden. In Form von Organisationen, Kongressen und Kampagnen ist versucht worden, globale Machtverhältnisse zu reformieren und/oder zu revolutionieren. Dabei handelte es sich um so verschiedenartige Formen wie Friedenskongresse, den Kampf gegen die Sklaverei, die Internationale Arbeiter-Assoziation, die Kommunistische Internationale ("Komintern"), den Pan-Afrikanismus, das Rote Kreuz, das Ringen um weltweit gültige Arbeiterrechte, die Internationale des Frauenstimmrechts, den Völkerbund vor und die UNO nach dem Zweiten Weltkrieg, Kampagnen für Menschenrechte und transnational operierende Sozialforen. Die Agenden dieser Internationalismen reichten und reichen bis heute von radikaler Kapitalismuskritik bis zur vorsichtigen Reform der internationalen Beziehungen. Die Dynamik der Internationalisierung speiste sich in hohem Maße aus westlichen Wurzeln. Seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhundert kam es zu einem explosionsartigen Anstieg internationaler Bestrebungen und zur raschen organisatorisch-institutionellen Verdichtung des Netzwerkes der Internationalismen. Die Epoche des kurzen 20. Jahrhunderts war durch einen zunehmend organisierten Multilateralismus, den zunehmend verrechtlichten Charakter, und die fortschreitende Globalisierung internationaler Organisation gekennzeichnet. Nach 1945 erhöhte sich die Zahl der internationalen Organisationen sprunghaft weiter. Seit den 1980er Jahren ist die Landschaft der organisierten Internationalismen neuerlich in Bewegung geraten. Die Beiträge in diesem Band beschäftigen sich mit der Rolle, die die Internationalismen im 19. und 20. Jahrhundert in der Auseinandersetzung um globale Ungleichheit und in der Dynamik der historischen Umgestaltung der damit verbundenen Machtverhältnisse spielten. Im auf diese Weise grob umschriebenen Feld eines "Reform"-Internationalismus bewegten sich thematisch und politisch-ideologisch höchst unterschiedlich ausgerichtete, und auch ganz unterschiedlich dimensionierte Bewegungen und Organisationen. Gefragt wird auch danach, inwiefern und mit welchen Konsequenzen die Internationalismen selbst von ungleichen globalen Beziehungen und Machtverhältnissen und von den jeweiligen historischen Auseinandersetzungen um diese Beziehungen geprägt waren." Promedia, Südwind, 2008
08-363 Bea Gomes, Walter Schicho und Arno Sonderegger (Hg.): Rassismus: Beiträge zu einem vielgesichtigen Phänomen. "Das Wort Rassismus dient als politischer Kampfbegriff seit seiner Prägung in den 1930er Jahren - in vielerlei Kontexten auf verschiedene Weisen. »Rassismus« ist jedoch zur selben Zeit ein analytischer Begriff, der bestimmte Formen der sozialen, wirtschaftlichen, politischen, kulturellen Ungleichheit bezeichnet und der die zu ihrer Stützung herangezogenen Rechtfertigungsstrategien erkennbar macht. Als solcher regt er sowohl Fragen nach der Struktur und dem Mechanismus von rassistischen Denk- und Verhaltensweisen an - d.h. nach der Dialektik von Einschluss und Ausschluss, der Dialektik von Integration und Differenzierung, usw. - als auch Fragen nach den konkreten Äußerungsformen, in denen Rassismus zutage tritt - nach Geschichte und Gegenwart von Rassismen. Der Band regt eine Analyse von Rassismus nach den folgenden Prinzipien an: (1) Den politischen Implikationen der Rassismengeschichte nicht ausweichen, sondern diese dezidiert thematisieren und an Fallstudien beispielhaft illustrieren. (2) Theorie und Praxis des Rassismus und Antirassismus, die seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als ungleiches Zwillingspaar etabliert sind, exemplarisch ins 21. Jahrhundert hinein verfolgen und in ihrer gegenseitigen Bedingtheit zeigen. (3) Selten betrachtete Räume, Gesellschaften, Akteursgruppen und/oder subalterne Diskurse zum Ausgangspunkt nehmen, um scheinbar »bekannte« Geschichten aus einem anderem Blickwinkel anzusehen. Die Beiträge behandeln thematisch unter anderem den Eurozentrismus in der Geschichtsschreibung und in der Gedächtnisforschung; Konzepte von und Fragen nach Xenophobie, Sexualität/Gender und »Rasse« in Geschichte und Gegenwart. Regional spannt sich der Bogen von Brasilien über Kap Verde nach Südafrika, von Europa über den arabischen Raum nach China. Zu den AutorInnen zählen José Carlos dos Anjos, Frank Dikötter, Bea Gomes, Antonio Sergio Guimaraes, Andreas Hofbauer, Henning Melber, Rüdiger Lohlker, Ilja Sichrovsky, Arno Sonderegger, Bernhard Weidinger, Ruth Wodak, Aram Ziai." Mandelbaum Verlag, 2008
08-364 Viola Hörbst: Heilungslandschaften: Umgangsweisen mit Erkrankung und Heilung bei den Cora in Jesús María, Mexiko. Ethnologische Studien 36. "In Jesús María gibt es seit 1996 ein biomedizinisch ausgerichtetes Krankenhaus mit einem Trakt für "traditionelle Medizin". Aus einem akteursorientierten Ansatz heraus werden die verschiedenen Perspektiven auf den Gesundheitsbereich untersucht. Sie resultieren in einer soziozentrisch unterlegten Auffassung, welche das Krankheitsverständnis vieler Cora mit dem ausgedehnten Ämtersystem auf familiärer sowie kommunaler Ebene verquickt und zugleich mit Ahnen, Heiligen und bedeutsamen Plätzen der Landschaft verbindet. Im Mittelpunkt der Analyse stehen daher Fragen nach dem Körperverständnis und den Orten der therapeutischen Behandlung." LIt Verlag, 2008
08-365 Claudia Augustat: Entmachtete Gegenstände? Zur Kommerzialisierung sakraler Masken bei den Piaroa in Venezuela. "Die Kommerzialisierung sakraler Gegenstände spiegelt scheinbar das Bild einer indigenen Kultur wider, die - korrumpiert durch den Einfluss der westlichen Welt, der Missionierung, des Tourismus und ihrem Begehren nach Industriegütern - symbolische Kernstücke ihrer Kultur veräußert. Am Beispiel der Piaroa wird gezeigt, dass die Transformation ihrer sakralen Tanzmasken in eine Ware nicht zwangsläufig durch einen Bedeutungsverlust gekennzeichnet ist, sondern auch durch ein Abwägen zwischen traditionellen und neuen Überlebensstrategien. Vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten 35 Jahre wird der Verlauf der Transformation beleuchtet und damit die Vielschichtigkeit dieses Prozesses veranschaulicht." Lit Verlag, 2006
08-392 Klaus Stüwe und Stefan Rinke: Die politischen Systeme in Nord- und Lateinamerika. "Das Buch enthält systematische Darstellungen politischer Systeme Nord- und Lateinamerikas. Behandelt werden jeweils historische Grundlagen, Verfassung und Verfassungsentwicklung, politische Institutionen und Prozesse, Staatsorganisationsstrukturen, Rechtssystem, Militär, Interessenverbände, Kirchen, Massenmedien sowie Aspekte der politischen Kultur. Neben einer vergleichenden Einleitung der Herausgeber umfasst der Band 22 Einzelbeiträge namhafter Historiker und Politikwissenschaftler zu zahlreichen amerikanischen Ländern." VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2008 |