LAI-Information | September 2009 Österreichisches Lateinamerika-Institut
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Die LAI-Information ist ein unregelmäßig erscheinender Newsletter, der über die wissenschaftlichen und kulturellen Tätigkeiten des Lateinamerika-Instituts sowie über neue Verlagsexemplare in der Bibliothek informiert. Wenn Sie ihn nicht mehr erhalten möchten, antworten Sie bitte mit dem Text "Nein, danke."
Inhalt
Projekte
Interdisziplinärer Universitätslehrgang für Höhere Lateinamerika-Studien
Publikationen
Kultur
GERM: Knowledge Triangle and EU-LAC Cooperation
Nachhaltige Strategien für die Kooperation zwischen Entscheidungsträgern aus dem höheren Bildungsbereich und Unternehmen in der EU und Lateinamerika
Ziel des Projekts GERM ist es, für die Kooperation zwischen Entscheidungsträgern aus dem höheren Bildungsbereich und Unternehmen in Europa und Lateinamerika nachhaltige Strategien zu entwickeln, um Studierende auf die praktische Arbeit in einer globalisierten Welt für die Zusammenarbeit mit Akteuren aus Ländern außerhalb Europas vorzubereiten. www.lai.at/wissenschaft/projekte/germ
ENLACE: Enhancing Scientific Cooperation between the European Union and Central America
Eine Initiative zur Förderung der Teilnahme zentralamerikanischer ForscherInnen an Forschungsprojekten der EU
Mit dem Projekt ENLACE soll durch den Ausbau von Fähig- und Fertigkeiten (Capacity Building) und Kontakt- und Beziehungspflege (Networking) eine Plattform des biregionalen wissenschaftlich-technischen, poltischen und öffentlich-privaten Wissenschaftsdialogs zwischen der EU und Zentralamerika geschaffen werden. www.lai.at/wissenschaft/projekte/enlace
Access2MexCyT: Promoting High-Quality Research Opportunities for European Researchers in Mexico
Ein Beitrag zur gegenseitigen Öffnung der Forschungsräume der EU und Mexikos
Ziel des Projekts Access2MexCyT ist es, einen Beitrag zur gegenseitigen Öffnung der Forschungsräume der EU und Mexikos zu leisten und damit den Dialog zwischen den beiden Regionen im Sinne des Kooperationsabkommens im Bereich Wissenschaft und Technik zwischen der EU und Mexiko (2004) zu fördern. www.lai.at/wissenschaft/projekte/access2mexcyt
Lokale Wirtschaftsentwicklung. Möglichkeiten und Grenzen von Entwicklungsansätzen von unten in einer vernetzten und hierarchisierten Weltwirtschaft
Interdisziplinärer Universitätslehrgang für Höhere Lateinamerika-Studien, WS 2009/10
Lokale Entwicklung ist seit den 1980er Jahren in Lateinamerika ein zunehmend wichtiger Entwicklungsansatz geworden, der sich als Gegenbewegung zur dominanten, zentralisierten und bürokratisierten Form der Entwicklung versteht. Als alternativer Ansatz einer Entwicklung von unten konzipiert, ist er hierbei jedoch oftmals in neoliberale Strategien eines Minimalstaats integriert worden. Im Rahmen des Themenschwerpunkts Wirtschaft werden Widersprüche lokaler Entwicklung untersucht sowie Potentiale und Gefahren herausgearbeitet. Gerade die Globalisierung hat den Blickwinkel verstärkt auf lokale territoriale Dynamiken gelenkt. Nicht nur in den entwicklungstheoretischen Debatten, sondern in konkreten staatlichen Politiken und Programmen ist eine Aufwertung des Territoriums im Gange. Die aktuelle weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise drängt besonders die Armen der sozial extrem ungleichen Gesellschaften Lateinamerikas weiter ins Abseits und hat spezifische territoriale Auswirkungen. Angesichts der Krise suchen lokale Räume nach Auswegen, dem Abwärtstrend des Verfalls von Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten entgegenzuwirken, und entwickeln lokale Antworten. www.lai.at/wissenschaft/lehrgang/ws-2009-10
Montag, 7. September 2009, 17.30 Uhr, Schlickgasse 1, 1090 Wien Unverbindliche Orientierungsveranstaltung zu Konzept, Aufbau, Inhalten, Teilnahmebedingungen, Bewerbung sowie den Inhalten des Wintersemesters 2009. Anmeldung unter lehrgang@lai.at erforderlich.
"... mit Hilfe der Zeichen | por medio de signos ..." Transnationalismus, soziale Bewegungen und kulturelle Praktiken in Lateinamerika
Reihe Atención: Jahrbuch des Österreichischen Lateinamerika-Instituts, Band 13
Kultur besteht nicht allein aus Werken und Werten einer Nation. Diese grundlegende Erkenntnis der Cultural Studies hat in den letzten Jahren auch die sozial- und kulturwissenschaftlichen Diskurse in und zu Lateinamerika bereichert. Kulturelle Praktiken stehen seitdem im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen. Diese Fokusverschiebung ist aber nicht allein der akademischen Debatte geschuldet. Sie hat ihre Ursprünge auch in den sozialen Kämpfen der letzten Jahre, in denen soziale Bewegungen neben ökonomischen zunehmend kulturelle Verteilungskämpfe und solche um Definitionsmacht geführt haben. Kämpfe um gesellschaftliche Macht werden aber immer "mit Hilfe der Zeichen" (Tzvetan Todorov) geführt. www.lai.at/publikationen/atencion/band-13
Tlatel - Die Stadt am Müll. Müll als Ressource für eine nachhaltige Stadtteilentwicklung in Mexiko-Stadt
Reihe Investigaciones: Forschungen zu Lateinamerika, Band 10
Müll als Produkt menschlicher Aktivitäten ist ein Bestandteil der Stadt, der große Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit hat. Der Müll ist aber keineswegs nur ein ökologisches Problem; besonders in den Megastädten wie Mexiko DF ist er eine bedeutende soziale Ressource. Die "pepenadores", so werden die MüllsammlerInnen in Mexiko genannt, bilden eine marginalisierte Gemeinschaft, die dem Müll immer weiter an den Rand der Stadt folgt. Sie zeigt uns den Müll als wertvollen Rohstoff, aus dem ständig Neues entsteht. Allerdings bestehen Diskrepanzen zwischen den Anstrengungen der Existenzsicherung und den Bemühungen um Abfallvermeidung, die es im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu überwinden gilt. www.lai.at/publikationen/investigaciones/band-10
Neue Verlagsexemplare in der Bibliothek
Eine Auswahl von Büchern, die uns von Verlagen freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden
09-231 | Prutsch, Ursula: Creating good neighbors: die Kultur- und Wirtschaftspolitik der USA in Lateinamerika, 1940-1946. Die rasante Expansion des NS-Staates im Sommer 1940 verstärkte in den USA die Befürchtung, das Deutsche Reich – das mit Lateinamerika gute Handelsbeziehungen pflegte – könnte auf die westliche Hemisphäre übergreifen und faschistoide Regime stützen. Präsident Franklin D. Roosevelt rief deshalb das "Office of Inter-American Affairs" ins Leben, das unter der Leitung des Ölmilliardärs Nelson Rockefeller wie keine andere Institution die Beziehungen zwischen den USA und Lateinamerika prägte. Das flexible Netzwerk von Politikern, Unternehmern und Kulturschaffenden agierte als Geheimdienstorganisation, finanzierte Projekte der Gesundheitsversorgung, Nahrungsmittel- und Rohstoffgewinnung. Es nutzte Presse, Radio und Film zur Verbreitung des American Way of Life – wobei Hollywood eine besondere strategische Rolle zukam. Lateinamerika diente hier als Testfall für ökonomische und kulturpolitische Strategien, die nach 1945 von den USA global angewandt wurden.
Franz Steiner Verlag 2008
09-232 | Prien, Hans-Jürgen: Das Christentum in Lateinamerika. Der Autor des Standardwerkes „Die Geschichte des Christentums in Lateinamerika“ (1978) legt nach langjährigen Vorarbeiten in völlig neuer Konzeption ein Lehrbuch zum Christentum in Lateinamerika vor, das in kurzer Form die Summe seines Forscherlebens auf diesem Gebiet darstellt. Priens Lehrtätigkeit auf dem von Richard Konetzke begründeten Lehrstuhl für Iberische und Lateinamerikanische Geschichte hat seinen Überblick über die Politische Geschichte, Gesellschafts- und Wirtschaftsgeschichte Lateinamerikas wesentlich erweitert, so dass er die Einbettung der Kirchengeschichte in diese Gebiete immer wieder zu verdeutlichen versucht, soweit das im Rahmen der Reihe „Kirchengeschichte in Einzeldarstellungen“ möglich ist. Das umfangreiche Quellen- und Literaturverzeichnis zeigt, dass es heute für einen einzelnen Forscher kaum noch möglich ist, die konfessionell stark zerklüftete Christentumsgeschichte eines ganzen Subkontinents über fünf Jahrhunderte hinweg zu überblicken.
Evangelische Verlagsanstalt 2007
09-237 | Rohark, Jens [Hrsg.]: Poopol Wuuj: Das heilige Buch der K’ichee’- Maya von Guatemala. Aus dem K’ichee’-Maya ins Deutsche übersetzt und kommentiert von Jens S. Rohark Bartusch. Das Poopol Wuuj, das Heilige Buch der K´ichee´-Maya von Guatemala, steht in einer Reihe neben den Veden, dem I-Ching, dem Koran, der Bibel oder den Tantras. Das einzige wirkliche "Buch" des prähispanischen Amerika liegt hier in Satz-für-Satz-Gegenüberstellung von Mayatext und deutschem Text. Der Originaltext wird in moderner Maya-Orthographie präsentiert. Ergänzt wird die Übersetzung dieses esoterischen Textes durch Kommentare in Dialogform, die dem Leser erlauben, in die faszinierende Welt des spirituellen Denkens der Maya einzudringen.
Docupoint Verlag 2008
09-238 | Krygier, Mario und Rohark, Jens: Faszination 2012: das Buch zum Mayakalender. Wie der Mayakalender wirklich funktioniert. Im Mittelpunkt steht die Erläuterung der Funktionsweise des May-Kalendersystems unter Berücksichtigung der Wechselwirkung mit der Astronomie, der Astrologie und der Mythologie dieser Hochkultur. Zu diesem Zwecke erarbeiteten die Autoren einen 12-seitigen Rechencodex und eine Software mit Kalender-und Astronomiefunktionen.
Docupoint Verlag 2008
09-287-DALM | Dal Masetto, Antonio: Als wäre alles erst gestern gewesen. Roman. Wer Antonio Dal Masetto kennt, wird von diesem Buch überrascht sein. Es ist anders. Diese Erzählung spielt in Italien, genauer in Norditalien, in der kleinen Stadt Tarni am See – unschwer als Intra am Lago Maggiore zu erkennen, wo der Autor lebte, bis er zwölf Jahre alt war. Es geht um die Geschichte der 80-jährigen Agata, die 1911 geboren wurde. Sie erzählt ihr Leben vom Beginn bis zur großen Fahrt in die "Neue Welt", nach Argentinien. Sie erzählt von ihrer Kindheit in ärmlichen Verhältnissen, von ihrem Vater, der sich mit verschiedenen Jobs durchschlägt. Sie erzählt, wie man sie nach dem frühen Tod der Mutter in ein Klosterinternat steckt, wie sie leidet und schließlich nach Hause flüchtet. Sie erzählt von Kinderstreichen, von Freuden und Freundschaften, davon, wie sie ihren Vater, der Witwer ist, mit einer jungen Frau "verkuppelt", die zunächst vor allem ihr selber gefällt, sie erzählt vom ersten Tanz und wie sie Mario, ihren künftigen Mann, kennen und lieben lernt. Es sind auch die Jahre des faschistischen Regimes, das in der Erzählung ganz allmählich Gestalt annimmt, parallel zur schärfer werdenden Wahrnehmung der Erzählerin. Das Bild einer ganzen Region und einer ganzen Epoche Italiens ersteht vor den Augen der Leserinnen und Leser. Eine wunderschön erzählte Lebensgeschichte, ganz aus der Perspektive der jungen Frau, die die Mutter des Autors sein könnte.
Rotpunktverlag 2008
09-288-HATO | Hatoum, Milton: Asche vom Amazonas. Roman. Unterschiedlicher könnten zwei Freunde nicht sein: der künstlerisch begabte, labile Raimundo, dessen von ihm gehaßter Vater ein erfolgreicher Unternehmer und Sympathisant der Militärregierung ist, und Olavo, eine Waise aus bescheidenstem Haus, der Raimundos blindem Rebellentum hilflos gegenübersteht. Olavo wählt den stillen Weg und wird Anwalt der kleinen Leute, verfolgt aber fasziniert den Lebensweg des Freundes, der rastlos in der Welt umherzieht und sich doch nicht von seiner Herkunft lösen kann. Auch Raimundos Mutter, eine schöne Frau mit geheimnisvoller Geschichte, kann dem Sohn keinen Halt bieten – zu stark ist sie selbst in wirre Leidenschaften verstrickt und in ein Leben, das ein Zerrspiegel ihres Glücksverlangens ist.
Suhrkamp 2008
09-289-VALL | Vallejo, Fernando: Blaue Tage. Eine Kindheit in Medellín. Eine Kindheit in Medellín, der verläßlich chaotischen Stadt, in der Fernando Vallejo in den vierziger Jahren des fast schon betrauerten vergangenen Jahrhunderts aufwächst. Leichen schwimmen schon damals in den Flüssen, doch noch ist Kindheit ein Zelt blauer Tage. Eine Idylle hat Fernando Vallejo dennoch nicht zu erzählen. Zu wach, zu empfindlich reagiert das Kind auf die Stumpfheit seiner Mitwelt, auf gedankenlose Rede und falsche Töne, zu ausgeprägt ist sein Widerspruchsgeist. Blaue Tage ist das Porträt des Künstlers als garstiges Kind und liebessehnsüchtiges Wesen.
Suhrkamp 2008
09-289-VALE | Valenzuela, Luisa: Feuer am Wort. Erzählungen. Luisa Valenzuela ist in der lateinamerikanischen Literaturszene keine Unbekannte: von weltweit anerkannten Autoren wie Julio Cortázar oder Carlos Fuentes hoch gelobt, hat sie seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts konstant einen eigenständigen Weg beschritten, der zwar seine Herkunft aus der Tradition der fantastischen Literatur in Argentinien nicht verleugnen kann (Borges und Bioy Casares gingen schließlich im Haus ihrer Kindheit aus und ein), sehr rasch aber in neue, bisher unerschlossene Gefilde aufgebrochen ist: Aufmüpfige feministische Töne mischen sich bei ihr hinzu, eine Vorliebe für die Demontage von Klischees und ein sozialkritisches Potenzial, das auch vor Tabuthemen wie Folter und Diktatur nicht Halt macht. Obwohl Luisa Valenzuela eine scharfe Analytikerin ist (hier hat sie aus der Schule Lacanscher Psychoanalyse gelernt), beweist sie durchaus ein Faible für Elemente des Magischen Realismus, für Traumhaftes, Mystisches und Unerklärbares.
Edition Milo im Drava Verlag 2008
09-291-VILL | Villar, Domingo: Wasserblaue Augen. Roman. In Vigo, der galicischen Hafenstadt, kennt jeder Inspektor Leo Caldas, den Vorzeigepolizisten der beliebten Radiosendung Hörfunkstreife, wo man Kummer loswerden und Rat einholen kann. Dabei ist auch sein eigenes Leben ziemlich aus der Bahn geraten, und guter Rat wäre dringend nötig, gerade jetzt, wo die bestialische Ermordung des Saxofonisten mit den wasserblauen Augen zu klären ist. Die Ermittlungen führen Caldas und seinen streitlustigen Assistenten Rafael Estévez durch Tavernen, Szenebars und Schwulenclubs. In welcher Beziehung standen der junge Musiker und Dimas Zuriaga, der wichtigste Kunstmäzen der Stadt? Das ungleiche Ermittlerduo geht der Frage nach – und findet sich bald in einem ganzen Labyrinth von Fragen. »Begegnet man einem Galicier auf der Treppe, weiß man nie, ob er hinauf- oder hinuntergeht.« Die sprichwörtliche Unentschiedenheit der Bewohner der Nordwestecke Spaniens hat bei Inspektor Leo Caldas durchaus Methode: Wenn er bei seinen Ermittlungen nicht weiterkommt, überlässt er sich ziellosen Tagträumen. Um zuletzt zu Einsichten zu gelangen, die sogar ihn selbst verblüffen.
Unionsverlag 2009
09-292-MINI | Minficciones. Minigeschichten aus Lateinamerika. Kürzestgeschichten haben sich im Laufe des 20. Jahrhunderts im spanischsprachigen, vor allem lateinamerikanischen Raum zu einer eigenständigen Gattung entwickelt. Es sind bewegte, nachhaltige Momentaufnahmen, der Vielfalt ihrer Themen sind keine Grenzen gesetzt, nichts ist ihnen zu nah oder zu fern, um es nicht mit aller Selbstverständlichkeit zum Inhalt zu machen. Sie handeln vom gewöhnlichen und oft trügerischen Alltag, sie kippen aber auch gern ins Spielerische, Absurde, Phantastische um und halten sich an keine anderen Grenzen als die ihrer Kürze. Kürzestgeschichten zeichnen sich durch eine klare und einfache Sprache aus, dank ihres Umfangs sind sie mit geringem Aufwand zu bewältigen, weshalb sich die Originaltexte auch bestens als Unterrichtsmaterial in Spanischklassen und -kursen verwenden lassen.
Deutscher Taschenbuch Verlag 2009
09-293-ARGE | Argemí, Raúl: Chamäleon Cacho. Roman. Alles ist wie ausgelöscht, als der Journalist Manuel Carraspique nach einem schweren Verkehrsunfall aus dem Koma erwacht. Man hat ihn ins Krankenhaus eines argentinischen Provinznestes gebracht, wo er, ans Krankenbett gefesselt, vor sich hin deliriert. Bis er begreift, wer im Bett neben ihm liegt: ein bis zur Unkenntlichkeit entstellter indianischer Exorzist, der im Wahn seine Familie niedergemetzelt haben soll. Manuel wittert die Story seines Lebens und bringt seinen Bettnachbarn zum Reden. Haarsträubendes kommt ans Licht, und immer wieder fällt der Name »Cacho« - ein Priester, ein Dealer, ein während der Diktatur gefürchteter General? Ein atemberaubendes Verwirrspiel nimmt seinen Lauf, bei dem die Grenzen zwischen Erinnern und Vergessen, zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu verwischen drohen. Dies ist der bewusst gewählte Erzählstil eines Autors, der in der Zeit der Militärdiktatur selbst zehn Jahre lang politischer Gefangener war.
Unionsverlag 2008
09-332 | Rinke, Stefan [u.a.] (Hrsg.): Geschichte Lateinamerikas vom 19. bis zum 21. Jahrhundert: Quellenband. Lateinamerika als Brennpunkt im Zeitalter der neuen Globalisierung. Der Band präsentiert 189 zentrale Quellen zur Geschichte Lateinamerikas von 1800 bis heute in deutscher Übersetzung. Die Sammlung ermöglicht einen schnellen Zugriff auf bekannte und weniger bekannte Quellen aller Gattungen, viele davon erstmals ins Deutsche übersetzt. Die Text- und Bildquellen berücksichtigen eine Vielzahl von Ländern und machen politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen deutlich.
J.B. Metzler 2009
Tupí: Sprache und Kultur
Wochenend-Seminar 14./15. November 2009
Die Sprachfamilie Tupí umfasst etwa 70 Sprachen und ist in Brasilien, wo außer Portugiesisch einige Minderheitensprachen sowie 182 indigene Sprachen gesprochen werden, die verbreitetste und wichtigste indigene Sprachfamilie. Etwa 20.000 Wörter im brasilianischen Portugiesisch leiten sich aus dem Tupí ab. Die Bezeichnungen Piranha ("Zahn-Fisch", Cashew ("Nierenbaum"), Maracuja ("Pflanze, die Früchte gibt"), Maniok ("Haus der Göttin Mani"), Ananas ("gut riechende Frucht") und Jaguar ("Dschungelhund") stammen daraus. In diesem Wochenend-Seminar am 14./15. November 2009 werden folgende Themen behandelt:
- Tupinambá, die Sprache der ersten Jahrhunderte Brasiliens (Kolonialismus, Lingüística Missionária, erste Beschreibungen der Indianersprachen, Padre José de Anchieta)
- Der Tupí-Sprachstamm: Kategorisierung der Sprachfamilien, lebende und bedrohte Sprachen, Proto-Tupi (historisch-vergleichender Ansatz)
- Das Portugiesische und der Einfluss des Tupí
- Struktur und Situation der Tupí-Sprachen (Sprachkontakt, Revitalisierungs-Programme, kulturelle Präsenz in Südamerika)
www.lai.at/sprachkurse/ws-2009-10/tupi
Lateinamerikanische Musik von Argentinien bis New York, Klassik & World Music
Gitarrenunterricht mit Jhibaro Rodríguez im Wintersemester 2009/10
Der international ausgezeichnete Gitarrist, Komponist und Arrangeur Jhibaro Rodriguez wurde 1971 in Maracay (Venezuela) geboren, wurde bereits als Achtjähriger am Conservatorio de Música del Estado Aragua aufgenommen und absolvierte 1992 das Musikstudium mit der höchsten Auszeichnung. 1998 schloss er an der Wiener Musikuniversität bei Prof. Walter Würdinger das Studium des Konzertfach Gitarre mit Auszeichnung und Würdigungspreis des Wissenschaftsministeriums ab. Jhibaro Rodriguez steht für die reiche Musiktradition Lateinamerikas. Im Wintersemester 2009/10 (ab Oktober) gibt er im Österreichischen Lateinamerika-Institut Gitarrenkurse für AnfängerInnen und Fortgeschrittene. www.lai.at/sprachkurse/ws-2009-10/gitarrenunterricht
Simón Bolívar Youth Orchestra of Venezuela, Venezuelan Brass Ensemble und Roberto Fonseca
Musiker aus Lateinamerika im Wiener Konzerthaus
Nach überragenden Erfolgen in Musikmetropolen wie New York, London und Salzburg gastieren das Simón Bolívar Youth Orchestra of Venezuela (SBYO) und das Venezuelan Brass Ensemble sowie deren Chefdirigenten Gustavo Dudamel und Thomas Clamor im Wiener Konzerthaus – mit zwei Orchesterkonzerten, einem Brass-Konzert und einem Kammermusikabend sowie zahlreichen begleitenden Veranstaltungen. Das Venezuelan Brass Ensemble und das SBYO sind international mittlerweile sehr bekannt. Weniger bekannt ist allerdings, dass beide Formationen lediglich die sprichwörtliche Spitze des Eisberges sind: Sie repräsentieren sozusagen die „Oberliga“ eines Bildungssystems, das Kindern und Jugendlichen aus allen Schichten in ganz Venezuela die aktive Begegnung mit Musik ermöglicht.
Der 1975 in Havanna geborene Musiker Roberto Fonseca avancierte nach dem Tod von Rubén González zum Highlight in den Bands von Ibrahim Ferrer und Omara Portuondo. Die Wurzeln der kubanischen Musik hat Roberto Fonseca präzise studiert, in seinem Spiel flirtet er aber ebenso mit amerikanischen Jazz, Drum’n’Bass, Klassik und Soul.
konzerthaus.at/programm/
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