Regionale Entwicklungsmodelle, Verteilungsfragen und die Auswirkungen der großen Krise

Interdisziplinärer Universitätslehrgang für Höhere Lateinamerika-Studien WS 2011/12
Modul Wirtschaft

Leitung: Dr. Ivan Lesay und Mag. Bernhard Leubolt, MA

Lateinamerika ist seit langem eine Region mit spezifischer wirtschaftlicher Entwicklung. Die gesellschaftliche Ungleichverteilung des Reichtums ist im internationalen Vergleich besonders ausgeprägt und hat sich während der neoliberalen Ära noch verschärft. Gleichzeitig gibt es auch relativ neue Bemühungen progressiver Regierungen in der Region, staatlich sozialen Ausgleich zu fördern. Die Koexistenz von progressiven, konservativen und liberalen Regierungen führt in Verbindung mit dem jeweiligen historischen Erbe zur Ausprägung unterschiedlicher Entwicklungsmodelle. Abhängig vom praktizierten Modell kommt es auch zu unterschiedlichen Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise sowie politischen Reaktionen auf die Krise im Subkontinent.

In diesem Semester soll die methodische Basis erarbeitet werden, um die aktuelle polit-ökonomische Situation in Lateinamerika einschätzen zu können. Dazu gehören die Vermittlung eines allgemeinen Überblicks der wirtschaftlichen Entwicklung Lateinamerikas in der Nachkriegszeit, das Herausarbeiten der Besonderheiten der lateinamerikanischen politischen Ökonomie sowie nationaler und sub-regionaler Spezifika, die Erarbeitung des Zusammenhangs von Verteilungsfragen mit Potenzialen und Grenzen im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung Lateinamerikas sowie den Auswirkung polit-ökonomischer Paradigmenwechsel auf die Sozialstrukturen und schließlicbdie Analyse von Krisendynamiken in jüngster Geschichte, Gegenwart und naher Zukunft in der Region.