Studienplan

Allgemeiner Aufbau

Der Universitätslehrgang dauert sechs Semester. Die ersten vier Semester widmen sich den Modulen Politik, Kultur, Wirtschaft und Natur. In jedem dieser vier Semster sind eine Ringvorlesung (RV) mit Konversatorium (KO), ein Fachseminar (FS), ein Integrativseminar (IS), eine Sprachpraktische Übung (SÜ)sowie Wahlpflichtseminare (WS) zu absolvieren. Das fünfte und das sechste Semester bestehen aus einem supervidiertem Praktikum, zwei Projektseminaren und der Abfassung einer Masterthesis. Nach erfolgreichem Abschluss des Universitätslehrgangs wird der Titel "Master of Arts in Latin American Studies" verliehen.

1. bis 4. Semester
Wintersemester Sommersemester Wintersemester Sommersemester
RV Politik
KO Politik
FS Politik
IS Politik
RV Kultur
KO Kultur
FS Kultur
IS Kultur
RV Wirtschaft
KO Wirtschaft
FS Wirtschaft
IS Wirtschaft
RV Natur
KO Natur
FS Natur
IS Natur
Sprachpraktische Übungen Sprachpraktische Übungen Sprachpraktische Übungen Sprachpraktische Übungen
Wahlpflicht-Seminare
SEMESTER 5 - 6
Supervidiertes Praktikum
Projektseminar Wintersemester Projektseminar Sommersemester
Master-Thesis

Module

Die ersten vier Semester des Universitätslehrgangs gliedern sich in die vier Module Politik, Kultur, Wirtschaft und Natur. Jedes dieser Rahmenthemen umfasst verschiedene wissenschaftliche Disziplinen, wodurch alle Einheiten interdisziplinär gestaltet sind. Die Module beleuchten jedes Semester einen anderen Aspekt des Rahmenthemas, sodass es zu keiner inhaltlichen Wiederholung des Lehrangebots kommt. Für die inhaltliche Gestaltung der einzelnen Lehrgangsmodule ist jedes Semester ein Koordinator/eine Koordinatorin bzw. ein KoordinatorInnenteam verantwortlich. Die SemesterkoordinatorInnen gestalten die Ringvorlesung, das Konversatorium und die Fachseminare zu einem von ihnen konzipierten Themenschwerpunkt im jeweiligen Modul.

Übersicht über die bisherigen Semester (ab WS 2011/12)

Semester Thema Modul Leitung
WS 2011/12 Regionale Entwicklungsmodelle, Verteilungsfragen und die Auswirkungen der großen Krise Wirtschaft Dr.Ivan Lesay und Mag. Bernhard Leubolt, MA
SS 2012 Natur für uns, Natur für sich – Nachhaltige Nutzung und Erhaltung der Natur Natur Dr. Georg Grünberg und Dr. Lisa Ringhofer
WS 2012/13 Politische und gesellschaftliche Transformationsprozesse in Lateinamerika: Erfolge, Grenzen, Möglichkeiten Politik Univ.-Prof. Dr. Ulrich Brand und Dr. Nicola Sekler, MA

Politik

Das Modul widmet sich der Geschichte, der Politik, dem Rechts- und Staatswesen in Lateinamerika. Politische Ereignisse und soziale Strukturen nachvollziehen zu können, ermöglicht ein tieferes Verständnis für die unterschiedlichen politischen Entwicklungen in Vergangenheit und Gegenwart. Ethnische Konflikte in Lateinamerika werden ebenso thematisiert wie z.B. soziale Bewegungen, Migration, Energiepolitik oder das Geschlechterverhältnis. Dieses Geschichts- und Politikverständnis überwindet nationale Beschränkungen und stellt die Großregion Lateinamerika in ihren globalen Kontext. Die Studierenden lernen, aktuelle Entwicklungen im politischen Feld zu erkennen, diese empirisch zu erfassen, zu interpretieren sowie Entscheidungskompetenzen für politische und soziale Problemlösungen selbständig zu erarbeiten.

Kultur

Das Modul beschäftigt sich mit der kulturellen Vielfalt Lateinamerikas. Es spannt den Bogen von theoretischen Perspektiven der Kultur- und Sozialanthropologie, den Cultural Studies, Sprach- und Literaturwissenschaften bis zu den kunstakademischen Disziplinen. In diesem Modul werden auch die ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen berücksichtigt, unter denen sich die unterschiedlichen ethnischen und lokalen Gefüge in Lateinamerika artikulieren und wahrgenommen werden. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das künstlerische Schaffen lateinamerikanischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Musikerinnen und Musiker sowie die Filmproduktion oder die darstellende Kunst. Prozesse von kulturellen Verflechtungen werden in Hinblick auf die Umstände der Globalisierung besonders beachtet und analysiert. Den Studierenden wird die theoretische, methodische und empirische Kompetenz vermittelt, Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Lebenswelten und kulturellen Ausdrucksformen in Lateinamerika zu erkennen, zu analysieren und miteinander zu vergleichen.

Wirtschaft

Das Modul konfrontiert die Studierenden mit Themen aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinenkanon. Es geht um Produktion, Arbeitswelt, Handel und Finanzwesen und deren wirtschaftspolitische Gestaltung, vorwiegend, aber nicht ausschließlich auf der Ebene der formellen Nationalökonomien und der internationalen Waren- und Finanzströme. Fragen des innerstaatlichen und des Völkerrechts, Erscheinungsformen der regionalen Integrationsprojekte werden unter diesem Schwerpunkt behandelt. Die immense Bedeutung des so genannten "informellen Sektors" in Lateinamerika kommt zur Sprache genauso wie alternative Wirtschafts- und Organisationsformen. Vermittelt werden spezielle Kenntnisse über die makroökonomischen Entwicklungen und entwicklungspolitischen Strategien in Lateinamerika, die auch in ihrem politischen und gesellschaftlichen Zusammenhang diskutiert werden. Lateinamerikas Einbindung in die Weltwirtschaft und Bestrebungen regionaler Integration werden in diesem Modul thematisiert, wobei stets die politischen und gesellschaftlichen Faktoren bedacht werden. Die lateinamerikanische entwicklungstheoretische Diskussion steht im Vordergrund des wirtschaftstheoretischen Zugangs in diesem Modul.

Natur

Naturwissenschaftliche Themen, sowie Themen, die den Menschen und seine Eingriffe in den Naturhaushalt mit einbeziehen stehen am Ausgangspunkt. Das Spektrum reicht von Beiträgen aus der Biologie, der Humangeographie oder den Agrarwissenschaften bis hin zu konkreten angewandten Fallstudien, anhand derer z. B. Probleme des Natur- und Umweltschutzes in Lateinamerika diskutiert werden. Den Studierenden wird die Kompetenz vermittelt, wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge insbesondere mit Fragen der Ökologie zu verknüpfen und Auswirkungen ökonomischer und gesellschaftlicher Prozesse auf das Ökosystem bzw. den Naturhaushalt zu erkennen. Die Diskussion von Fallbeispielen dient den Studierenden zum eigenständigen Erarbeiten von Problemlösungen.

Lehrveranstaltungen

SSt. UE ECTS Zeitlicher Aufwand
Ringvorlesung: Die Ringvorlesung setzt sich aus verschiedenen Fachvorträgen zum Semesterthema zusammen. Das Programm – mit Gastvorträgen von SpezialistInnen aus dem In- und Ausland – wird von den LehrveranstaltungsleiterInnen jedes Semester neu gestaltet. Die Ringvorlesung findet wöchentlich statt und schließt mit einer schriftlichen Prüfung am Ende des Semesters ab. Die Anwesenheit wird nicht kontrolliert, die schriftliche Prüfung am Ende des Semesters muss aber absolviert werden. Die LehrveranstaltungsleiterInnen bestimmen über Inhalt und Umfang der Prüfung und benoten die schriftlichen Prüfungsarbeiten. 0 2 Ein Abend pro Woche in der Zeit von Anfang Oktober bis Ende Jänner (WS) bzw. von Anfang März bis Ende Juni (SS).
Konversatorium: Das Konversatorium im Anschluss an die Ringvorlesung dient dazu, die ReferentInnen der Ringvorlesung genauer zu ihren Spezialgebieten befragen zu können. Außerdem werden die einzelnen Vortragsinhalte zum Rahmenthema des Semesters in Beziehung gesetzt. Das Konversatorium wird von den KoordinatorInnen des Semesters geleitet. Es besteht Anwesenheitspflicht. 2 30 2 Ein Abend pro Woche anschließend an die Ringvorlesung, fallweise an Abenden geblockt.
Fachseminar: Das Fachseminar besteht aus in Blöcken veranstalteten Lehreinheiten, die dazu dienen, das Semesterthema mit eigenständigen Beiträgen zu vertiefen, Präsentationen zu erstellen und diese mit den Studierenden im Plenum zu diskutieren. Bei entsprechender TeilnehmerInnenzahl werden pro Semester zwei Fachseminare parallel angeboten, von denen eines absolviert werden muss. Die Fachseminar sind thematisch mit der Ringvorlesung abgestimmt. Es besteht Anwesenheitspflicht. Die Veranstaltung ist prüfungspflichtig. Meist werden eine Präsentation im Plenum und eine schriftliche Seminararbeit als Leistungsnachweis gefordert. 2 30 4 Etwa drei Wochenenden pro Semester.

Integrativseminar: Das Integrativseminar dient der Vernetzung der Studierenden untereinander und der Kommunikation mit dem wissenschaftlichen Beirat un der Lehrgangsleitung. Es besteht aus dem Einführungsseminar, dem Wochenendblock und der Semesterabschlussveranstaltung. Im Einführungsseminar werden die Ziele und Grundsätze des Lehrgangs in seinem internationalen wissenschaftlichen Umfeld vermittelt. Das Einführungsseminar muss nur einmal (möglichst im ersten Semester) besucht werden. Um das Kennenlernen der Studierenden in entspannter Atmosphäre zu ermöglichen, findet dder zweite Teil als Wochenendblock statt. Behandelt werden aktuelle Fachfragen. Didaktisch wird dabei auf eine Mischform aus frontaler Lehre, Gruppenarbeiten, Rollenspielen, Elementen des Boal-Theaters und ähnliche interaktive Moderationstechniken zurückgegriffen. Der Wochenendblock muss jedes Semester besucht werden. Die letzte Einheit des Integrativseminars bildet die Semesterabschlussveranstaltung, in der die Themen des nächsten Semesters vorgestellt werden. Die Semesterabschlussveranstaltung muss jedes Semester besucht werden.

2 30 1 Ein Wochenende pro Semester (Freitag bis Sonntag) außerhalb von Wien.

Sprachpraktische Übungen: Bei der Anmeldung zum Lehrgang hat der/die Studierende die Möglichkeit eine Sprache (Spanisch oder Portugiesisch) als Erstsprache zu definieren, wobei der Nachweis bereits vorhandener Sprachkenntnisse einerseits über die Vorlage von entsprechenden Zeugnissen und bei Bedarf bei einem Einstufungsgespräch zu Beginn des ersten Semesters erfolgt. Insgesamt müssen nach den ersten vier Semestern Kurse im Ausmaß von 8 Semesterwochenstunden/ 8 ECTS nachgewiesen werden. Die Studierenden haben die Möglichkeit, in den ersten drei Semestern Kurse aus dem Angebot des LAI auszuwählen, wobei die Kosten in den Teilnahmegebühren inkludiert sind. Diese Kurse dienen der Perfektionierung in der Erstsprache (entsprechende Empfehlungen sind Gegenstand des Einstufungsgesprächs) oder bieten die Gelegenheit, eine zweite Fachsprache der Lateinamerikanistik zu erlernen. Spätestens im vierten Semester muss im Rahmen der sprachpraktischen Übungen eine obligatorische Lehrveranstaltung zur Lektüre wissenschaftlicher Texte und Diskussion zu den thematischen Schwerpunkten der Module Politik, Kultur, Wirtschaft und Natur absolviert werden. Diese garantiert eine Nivellierung des gemeinsamen wissenschaftlichen Sprachniveaus innerhalb der AbsolventInnengruppe. Den Abschluss des Kurses bildet eine Prüfung.

2 8
Wahlpflichtseminare: Während der ersten vier Semester sind Wahlpflichtseminare im Umfang von acht Semesterstunden bzw. 16 ECTS zu absolvieren. Sie sind von den Studierenden je nach Interessen frei wählbar. Die Wahlpflichtfächer richten sich nach den Lehrangeboten aus den sozial- und humanwissenschaftlichen, geistes- und kulturwissenschaftlichen, wirtschaftswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Studien zu Themen Lateinamerikas an den Universitäten in Wien sowie aus Veranstaltungen des Österreichischen Lateinamerika-Instituts. Die Anerkennung durch die Lehrgangsleitung erfolgt auf der Basis der erworbenen Zeugnisse oder einer offiziellen Teilnahmebestätigung. Außerdem werden externe wissenschaftliche und entwicklungspolitische Veranstaltungen mit Lateinamerika-Bezug als Wahlpflichtfächer angerechnet. Begrüßt wird insbesondere die Teilnahme an einschlägigen (inter-)nationalen Fachtagungen. Zu den externen Veranstaltungen gehören auch schon vor Lehrgangseintritt absolvierte universitäre Lehrveranstaltungen mit Lateinamerika-Bezug sowie entwicklungspolitisch und lehrgangsrelevante Veranstaltungen einschlägiger Organisationen.Als Nachweis des erfolgreichen Besuchs dieser Lehrveranstaltungen gelten Zeugnisse und offizielle Teilnahmebestätigungen. Werden die Lehrveranstaltungen nicht mit einem Kolloquium abgeschlossen und beurteilt, entscheidet die Lehrgangsleitung über die Anerkennung als Wahlpflichtfach. Den Studierenden wird nahegelegt, Auskünfte über die Anerkennungsrichtlinien bezüglich bestimmter Veranstaltungen vor deren Beginn bei der Lehrgangsadministration des LAI einzuholen. Die Kosten für die jeweils frei gewählten Kurse und Veranstaltungen sind nicht in den Teilnahmegebühren inkludiert. 2 16

Supervidiertes Praktikum: Nach Abschluss der ersten vier Semester ist ein Praktikum in Lateinamerika mit einem Arbeitsaufwand von cirka 400 Arbeitsstunden (= 20 ECTS) zu absolvieren. Um Synergie zu erreichen, sollte der Aufenthalt in Lateinamerika der Datenerhebung der Masterarbeit dienen, muss es aber nicht. Das Praktikum bietet vor allem die Möglichkeit zur Überprüfung der Praxisrelevanz der jeweils individuellen Forschung zu Lateinamerika im Vergleich mit den Forschungstätigkeiten der Partnerinstitution. So fördert das Praktikum die Internationalisierung und verstärkt das Prinzip der Praxisorientierung des Masters. Das Praktikum wird von der LehrveranstaltungsleiterIn des Projektseminars in Absprache mit dem/der Betreuerin der Masterarbeit supervidiert. Falls Studierende das Supervidierte Praktikum in Europa absolvieren wollen, oder schon ein Praktikum in Lateinamerika nachweisen können und um ihre Anerkennung als Lehrveranstaltung ansuchen, müssen sie einen formlosen schriftlichen Antrag an die Lehrgangsleitung stellen. Der Leistungsnachweis erfolgt durch drei schriftliche Berichte des/der Studierenden über den Forschungsverlauf an den/die Lehrveranstaltungsleiter/in des Projektseminars. Wenn das Praktikum für die Forschung der Master-Thesis dient, sollten die Berichte in Absprache mit dem/der Betreuer/in derselben verfasst werden. Wenn das Praktikum unabhängig von der Master-Thesis absolviert wird, sollen diese Berichte in Absprache mit dem/der LeiterIn des Projektseminars verfasst werden. In jedem Fall sind die Berichte an die TeilnehmerInnen des Projektseminars zur Diskussion online und/oder offline zur Verfügung zu stellen. Vor- und Nachbearbeitungsphase des Forschungsaufenthaltes finden im Rahmen des Projektseminars statt. Das Supervidierte Praktikum wird im Rahmen des Projektseminars beurteilt.

20

Projektseminar: Im Projektseminar erhält der/die Studierende praktische Anleitungen für seine Forschungsarbeit. Das Projektseminar bietet den Studierenden die Möglichkeit, ihr Forschungsprojekt vorzustellen und ihre Forschungsarbeit mit den TeilnehmerInnen des Projektseminars und der/dem Lehrveranstaltungsleiter/in zu diskutieren. Der/die Leiter/in der Lehrveranstaltung muss nicht der/die Betreuer/in der Master-Thesis sein. Die Präsentation und die fachliche Auseinandersetzung mit der Forschungsarbeit findet im Rahmen des Projektseminars statt. Damit erfolgt eine laufende Überprüfung der Forschungsleistungen des/der Studierenden durch den/die Lehrveranstaltungsleiter/in.

4 10

Masterarbeit und Abschlussprüfung Die Master-Thesis dient als Nachweis der selbständigen wissenschaftlichen Forschung des/der Studierenden. Der/Die Betreuer/in kann aus dem Kreis der Vortragenden gewählt werden. Die Betrauung des/der Betreuers/in erfolgt durch die Lehrgangsleitung auf Vorschlag der/des Studierenden im fünften Semester. Die Master-Thesis kann auf Antrag des/der Studierenden in einer der Fachsprachen verfasst werden. Die Beurteilung der Master-Thesis obliegt dem/der Betreuer/in. In der kommissionellen Abschlussprüfung werden die Forschungsergebnisse öffentlich diskutiert.

30