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up 4 Institutionalismus / Substantivismus
up 4.2 Frühe VertreterInnen
up 4.2.2 Tausch und Gabe: Frühe Beiträge zur ökonomischen Anthropologie
up 4.2.2.1 Bronislaw Malinowski

4.2.2.1.1 Funktionalismus und Ökonomie

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Anhäufen von Yams, Foto: Bronislaw Malinowski. Quelle: Young 1997, Abb. 5.

Der Funktionalismus bildete eine wichtige theoretische Strömung der Anthropologie im 20.Jahrhundert und formulierte eine holistische und integrative Gesellschaftstheorie.

Er betrachtet sozio-kulturelle Erscheinungen unter dem Gesichtspunkt ihrer Funktion innerhalb einer Gesellschaft. Eine Gesellschaft wird dabei als ein organisches Ganzes verstanden, als ein Gefüge von Komponenten, die miteinander verbunden sind und sinnvoll zusammenwirken. Wichtige Fragestellungen des Funktionalismus beziehen sich auf die Prinzipien dieses Zusammenwirkens, z.B. auf die soziale Organisation. Einzelne Aspekte einer Gesellschaft werden nicht isoliert betrachtet und als Einzelphänomene mit anderen Gesellschaften verglichen, sondern im Kontext ihres spezifischen sozialen und kulturellen Gefüges untersucht und analysiert.

Ökonomie bzw. ökonomische Handlungen bilden in diesem Sinn einen integralen Bestandteil des sozialen und kulturellen Gefüges einer Gemeinschaft, erfüllen bestimmte Funktionen und sind eng mit anderen Gesellschaftsbereichen verbunden. Die Studie Malinowski´s über das Tauschsystem des Kula-Rings bildet ein klassisches Beispiel für diese Forschungsrichtung.

Der Funktionalismus wurde mit Aspekten des Strukturalismus kombiniert (Struktural-Funktionalismus) und war lange Zeit ein zentrales Paradigma der europäischen (vor allem der britischen) Sozialanthropologie. Viele Thesen des (Struktural-) Funktionalismus bauen auf den Theorien des Soziologen und Anthropologen Émile Durkheim auf, wichtige Vertreter dieser Schule sind u.a. Bronislaw Malinowski, A.R. Radcliffe-Brown, Raymond Firth (vgl. auch Kuper 1975).

Kritik am (Struktural-) Funktionalismus bezieht sich u.a. auf die holistische Betrachtung einzelner Kulturen und auf das Vernachlässigen transkultureller Interaktionen und Veränderungsprozesse.

Das Buch "Die Argonauten des westlichen Pazifik" (Malinowski 1922) gilt als eine der ersten großen Monographien im Forschungsfeld der ökonomischen Anthropologie.

Es beschäftigt sich mit verschiedenen Dimensionen von Produktion, Distribution und Konsumption in ihrem sozialen und religiösen Kontext. Im Mittelpunkt der Analyse steht das Tauschsystem des Kula. Das Buch beruht auf Feldforschungen die Malinowski 1915/16 und 1917/18 auf den pazifischen Trobriand Inseln durchgeführte.

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