| Icon | Nummer | Titel |
|---|---|---|
| 4 | Institutionalismus / Substantivismus | |
| 4.2 | Frühe VertreterInnen | |
| 4.2.2 | Tausch und Gabe: Frühe Beiträge zur ökonomischen Anthropologie | |
| 4.2.2.1 | Bronislaw Malinowski | |
| 4.2.2.1.2 | Kula |
4.2.2.1.2.4 Ruhm, Macht und Reichtum

Männer bei Kula-Tausch, Foto: Bronislaw Malinowski.Quelle: Young 1997, Abb. 7.
Durch den gezielten und erfolgreichen Tausch von Kula-Objekten kann eine Person Ruhm, Macht und Reichtum erlangen.
- Ruhm: Der soziale Aufstieg in der Gesellschaft der Trobriander besteht darin, sich "auf der Straße des Kula" einen Namen zu machen. Die Geschichten der großen Kula-Fahrten der Vorfahren werden in Mythen besungen und tradiert. Der temporäre Besitz und ein möglichst großer "flow" vieler Kula-Objekte sowie die "Kunst des Kula" - das Erlangen und die Weitergabe der Objekte in einem komplexen Netzwerk - schaffen Prestige.
- Macht: Erfolg im Kula wird einer besonderen, persönlichen Macht bzw. "Magie" zugeschrieben. Das Konzept von persönlicher spiritueller Macht ist in Ozeanien weit verbreitet (z.B. mana). Aufgrund solcher Fähigkeiten (oder Begabungen) kann sich eine Person im Kula profilieren.
- Reichtum: Je höher der Rang einer Person ist, je mehr Tauschpartner sie hat, umso mehr Güter befinden sich (temporär) in ihrem Besitz. Das wesentliche am Besitz ist die Möglichkeit, ihn an Andere zu verteilen. Jeder, der etwas besitzt, ist dazu verpflichtet, es zu teilen - je höher sein Rang ist, umso größer ist diese Verpflichtung. Großzügigkeit bei der Verteilung von Gütern bringt wiederum Prestige.
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