| Icon | Nummer | Titel |
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| 4 | Institutionalismus / Substantivismus | |
| 4.2 | Frühe VertreterInnen | |
| 4.2.2 | Tausch und Gabe: Frühe Beiträge zur ökonomischen Anthropologie | |
| 4.2.2.2 | Marcel Mauss | |
| 4.2.2.2.1 | Die Gabe |
4.2.2.2.1.2 Ökonomie und Philosophie der Gabe
Wie schon für Durkheim ist auch für Mauss klar, dass derartige systematische Elemente des sozialen Zusammenhalts wie die Gabe nicht nur einen praktischen und einen Orientierungsaspekt haben, sondern immer zugleich auch einen ideellen, einen mentalen Aspekt. Durkheim spricht von Repräsentationen, die den sozialen Zusammenhalt auch dort gewährleisten, wo die Arbeitsteilung noch nicht sehr stark ausgeprägt ist. Mauss geht es in Fortsetzung dieses Ansatzes darum, zu zeigen, dass Handeln und Denken im Idealfall eins sein sollten. Weiters betont er, dass die Menschen nicht nur handeln, sondern spätestens nachher auch darüber nachdenken, was diese Handlungen zu bedeuten haben. Insofern gehen Handlungen, wie der Geschenkaustausch, immer auch mit Klassifikationssystemen einher, mit Vorstellungssystemen, mit Ideengebäuden der jeweiligen Gesellschaft und müssen im Zusammenhang damit auch von der Kultur- und Sozialanthropologie untersucht werden.
Mauss hat bereits 1903 in einem Artikel, den er gemeinsam mit Durkheim über "Primitive Klassifikationsformen" geschrieben hat, darauf hingewiesen, dass die Arbeitsteilung zwischen Gruppen – die etwa Geschenke austauschen – immer auch das Modell vorgibt, wie man sich den Austausch der Gaben vorstellt. Die Arbeitsteilung ist also quasi die Vorlage, nach der der Geschenkaustausch gedacht wird.
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