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| 5 | Neomarxismus | |
| 5.2 | Französische VertreterInnen |
5.2.3 Emmanuel Terray
Emmanuel Terray geb. 1935
Relevante Werke:
1974 Zur politischen Ökonomie der ’primitiven’ Gesellschaften
1974 Long Distance Exchange and the Formation of the State. The Case of the Abron Kingdom of Gyaman
Als Schüler von Louis Althusser geht Terray davon aus, dass die Inhalte, Widersprüche und Antagonismen einer Produktionsweise für jede Gesellschaft einzeln bestimmt werden können, wobei immer eine Interdependenz von lokalen Ausprägungen und der jeweiligen, in letzter Instanz übergeordneten, globalen Produktionsweise besteht.
Seine methodisch - theoretischen Überlegungen sind ursächlich mit seinen Forschungen in Westafrika, im Senegal (Dida) und in der Elfenbeinküste (Abron), verbunden, da gerade das postkoloniale Afrika von tief greifenden Widersprüchen zwischen politischer Form und materieller Basis geprägt ist. Für die ökonomische Anthropologie ist sein Ansatz von großer Bedeutung, da er genaue ethnographische und lokale Fragestellungen unter Beibehaltung überlokaler sozio-historischer Perspektiven ermöglicht, was Terray vor allem in seiner Arbeit über Staatsmacht und Fernhandel am Beispiel des Abron Reiches ausführt. Sein Konzept der Produktionsweise ist aber auch insofern wegweisend, als es methodischen Umgang mit sozialer Dynamik operationalisiert.
Das Gesamtwerk von Terray ist von einem anhaltenden Interesse an den Antagonismen zwischen Staat und Ökonomie, Fragen zu Macht, Gewalt und politischer Aktion geprägt. Seit den 1990er Jahren beschäftigt er sich unter großem persönlichem Engagement (Terray und Goussault 1990) vorwiegend mit europäischer Politik, Menschenrechten, Asyl und Migration.

Romuald Hazoumé, "Citoyenne", 1997, Foto: Pascal Maître. Quelle: Zinsou 2005.
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| 5.2.3.1 | Terrays Operationalisierung des Produktionsweisenkonzeptes |
