| Icon | Nummer | Titel |
|---|---|---|
| 5 | Neomarxismus | |
| 5.3 | VertreterInnen in den USA | |
| 5.3.2 | Sidney Mintz | |
| 5.3.2.1 | Süße Macht: Sidney Mintz und die Geschichte des Zuckers |
5.3.2.1.2 Bedeutung und Politische Ökonomie des Zuckers
In Anbetracht der geringen Relevanz von Zucker bzw. Süßem für die europäischen Ernährungsgewohnheiten bis zum 19. Jahrhundert, wo Zucker zu einem festen Bestandteil der Ernährung wurde, analysiert Mintz (1987) die verschiedenen Gründe für diese Veränderungen. Eine zentrale Frage beschäftigt sich mit der Bedeutung des Zuckers.
"Die »Bedeutung« läßt sich in diesem Fall nicht einfach »ablesen« oder »entziffern«, sie erwächst vielmehr aus dem kulturellen Gebrauch, den der Zucker von sich machen ließ, aus den Verwendungen, denen er zugeführt wurde. Kurz, die Bedeutung ist eine Konsequenz einer Aktivität. Das heißt nicht, Kultur sei nichts als eine Art von Verhalten (oder lasse sich alleine darauf reduzieren). Aber nicht danach zu fragen, wie die Bedeutung in das Verhalten hineingelangt, das Produkt ohne Kenntnis seiner Produktion erfassen zu wollen, heißt die Geschichte - wieder einmal - auszublenden, sie zu ignorieren. [...] Es gilt den Prozess der Kodifizierung und nicht nur den Kode selbst zu entschlüsseln." (Mintz 1987: 41)
Mintz widmet sich demnach primär einer politischen Ökonomie der Bedeutungen des Zuckers, die eng mit der Untersuchung der sozio-ökonomischen Dynamik von Produktion, Zirkulation und Konsum verflochten ist.

Zuckerwatte am Wiener Christkindlmarkt. Foto: Elke Mader
| Icon | number | title |
|---|
