Interaktive Mindmap
Übergeordnete Kapitel
IconNummerTitel
up 2 Marxismus, historischer Materialismus, Evolutionismus
up 2.1 Karl Marx
up 2.1.2 Zum Gesamtwerk von Marx und Engels

2.1.2.2 Arbeitsprozess und Produktionsprozess

"Der Arbeitsprozess, wie wir ihn in seinen einfachen und abstrakten Momenten dargestellt haben, ist zweckmäßige Tätigkeit zur Herstellung von Gebrauchswerten, Aneignung des Natürlichen für menschliche Bedürfnisse, allgemeine Bedingung des Stoffwechsels zwischen Mensch und Natur, ewige Naturbedingung des menschlichen Lebens und daher unabhängig von jeder Form dieses Lebens, vielmehr allen seinen Gesellschaftsformen gleich gemeinsam." (Marx 1977: 198)

none

Gleichzeitig ist die Arbeit immer gesellschaftlich, weil die Menschen im Arbeitsprozess nicht nur auf die Natur, sondern auch aufeinander einwirken. Menschen existieren nur in organisierten Gesellschaften, und die Art, wie die einzelne Gesellschaft organisiert ist, entscheidet darüber, wie der Mensch der Natur gegenübertritt und sie zu seinem Nutzen transformiert. Im Gegenzug wirkt die transformierte Natur wieder auf die Struktur der gesellschaftlichen Beziehungen zurück (Wolf 1991: 112).

Menschen produzieren, indem sie auf eine bestimmte Weise zusammenwirken und ihre Tätigkeiten gegenseitig austauschen. Sie treten z.B. über Verwandtschaft, Leibeigenschaft oder Lohnarbeit in bestimmte gesellschaftliche Beziehungen und Verhältnisse zueinander und nur innerhalb dieser Beziehungen und Verhältnisse findet ihre Einwirkung auf die Natur, findet Produktion statt. Alle Produktion ist Aneignung von Natur innerhalb einer und durch eine bestimmte Gesellschaftsform.

Der Begriff Produktion ist bei Marx nicht auf Technologie reduziert!

"Produktion" erfolgt immer gleichzeitig mit den Händen und mit dem Kopf, darin unterscheidet sich der Mensch von anderen Lebewesen:

"Wir unterstellen die Arbeit in einer Form, worin sie dem Menschen ausschließlich angehört. Eine Spinne verrichtet Operationen, die denen des Webers ähneln, und eine Biene beschämt durch den Bau ihrer Wachszellen manchen menschlichen Baumeister. Was aber von vornherein den schlechtesten Baumeister vor der besten Biene auszeichnet, ist, daß er die Zelle in seinem Kopf gebaut hat, bevor er sie in Wachs baut. Am Ende des Arbeitsprozesses kommt ein Resultat heraus, das beim Beginn desselben schon in der Vorstellung des Arbeiters, also schon ideell vorhanden war." (Marx 1977: 193)

Untergeordnete Kapitel
Iconnumbertitle
Hilfe Interaktive Mindmap Seitenanfang
Home Sitemap Suche Bilder VorherigeNächste