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| 2 | Marxismus, historischer Materialismus, Evolutionismus | |
| 2.1 | Karl Marx | |
| 2.1.2 | Zum Gesamtwerk von Marx und Engels | |
| 2.1.2.3 | Sozioökonomische Formationen: Begriffe |
2.1.2.3.1 Produktivkräfte
Unter Produktivkräften versteht Marx die Gesamtheit der menschlichen und gegenständlichen Faktoren des Produktionsprozesses und die Wechselwirkung der Faktoren. Die Produktivkräfte beziehen sich auf den Arbeitsprozess und die Form der Aneignung (Bearbeitung) der Natur.
Der Entwicklungsstand der Produktivkräfte ist bei Marx von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung der Gesellschaft als Ganzes. Wird die Entwicklung der Produktivkräfte durch die Produktionsverhältnisse eingeengt, so geraten beide in Widerspruch zueinander. Es kommt zu einer sozialen Revolution, welche die Produktionsverhältnisse und den juristischen und politischen Überbau umwälzen (vgl. Wicker o.J.: 25ff).
Elemente des Systems der Produktivkräfte:
1. Arbeitskraft:
Die wichtigste Produktivkraft ist die menschliche Arbeitskraft, d. h. die Gesamtheit der körperlichen und geistigen Kräfte des Menschen, bestimmt durch seine Gesundheit und Körperkraft, seine Ausbildung und sein kulturelles Niveau (Geschicklichkeiten, Kenntnisse; Phantasie, Einfallsreichtum; eigene Erfahrung; Aus- und Weiterbildung; Teamfähigkeit, Arbeitsdisziplin; Kooperation, Arbeitsteilung; Planung, Organisation, Leitung).
2. Arbeitsmittel:
(Womit wird gearbeitet) Ein Ding oder ein Komplex von Dingen, die der Arbeiter zwischen sich und den Arbeitsgegenstand schiebt: Arbeitsinstrumente (Werkzeuge, Maschinen, usw.), Transportmittel (LKW, Straßen; Bahn, Schienen; Schiffe, Schifffahrtskanäle; usw.), Lagermittel (Lager, Silos, Tanks usw.), Gebäude (Fabriken usw.), Energie (Strom, Diesel, usw.).
3. Arbeitsgegenstände:
(Was wird bearbeitet) Die Objekte auf die der Mensch einwirkt, um die Natur seinen Bedürfnissen gemäß umzuformen: Erde und Wasser, Grund und Boden, Naturrohstoffe (Kohle, Erdöl, Uran, usw.), Rohmaterialien (Erze, Metalle; Garn; usw.).
Die gegenständlichen Faktoren der Produktivkräfte, Arbeitsmittel und Arbeitsgegenstände, werden auch unter dem Begriff Produktionsmittel zusammengefasst.
Der Begriff Produktivkräfte erschöpft sich nicht in der Aufsummierung seiner Elemente in der Form: PK = AK + AG + AM, sondern er bezeichnet "die besondere Form ihrer Zusammensetzung zu einem konkreten Arbeitsprozeß" (Hindess/Hirst 1981: 29).
"Im Arbeitsprozeß bewirkt also die Tätigkeit des Menschen durch das Arbeitsmittel eine von vornherein bezweckte Veränderung des Arbeitsgegenstandes. Der Prozeß erlischt im Produkt. Sein Produkt ist ein Gebrauchswert, ein durch Formveränderung menschlichen Bedürfnissen angeeigneter Naturstoff." (Marx 1977: 195)
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