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| 2 | Marxismus, historischer Materialismus, Evolutionismus | |
| 2.1 | Karl Marx | |
| 2.1.2 | Zum Gesamtwerk von Marx und Engels | |
| 2.1.2.3 | Sozioökonomische Formationen: Begriffe |
2.1.2.3.2 Produktionsverhältnisse
Die Gesamtheit der konkret-historischen gesellschaftlichen Verhältnisse, die die Menschen in der Produktion objektiv miteinander eingehen, nennt Marx Produktionsverhältnisse. Die soziale und politische Dimension der Produktion kommt hier zur Geltung: Produktionsverhältnisse sind eine außerökonomische Kategorie.
Marx bezieht sich dabei konkret auf die verschiedenen Formen der Aneignung von Mehrarbeit. Im Kapitalismus erfolgt dies durch das Verhältnis zwischen Lohnarbeit und Kapital, im Feudalismus zwischen Lehnsherrn und Hintersassen und damit in Verbindung auf die Formen der gesellschaftlichen Verteilung der Produktionsmittel. Im Kapitalismus verfügen z.B. nur die Kapitalisten über die Produktionsmittel, während die Arbeiter auf den Verkauf ihrer Arbeitskraft beschränkt sind.
"Das Kapital produziert als soziales Verhältnis eine Gesellschaft, dessen Strukturen auf die Menschen zurückwirken, indem sie diese erziehen, unternehmerisch zu handeln, ständig zu kaufen und zu verkaufen – und sei es nur die eignen Arbeitskraft. Diese produzierten Strukturen treten den Menschen somit als verdinglicht und unabänderlich gegenüber. Die Welt erscheint als mächtige Objektivität, der sich die Einzelnen zu beugen haben. Sie erschient als Ansammlung optimierender Individuen, für die die Anderen jeweils bloße Objekte von Austausch und Begierde sind." (Novy 2003: 2.4.2.1)
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