| Icon | Nummer | Titel |
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| 4 | Institutionalismus / Substantivismus | |
| 4.1 | Vordenker | |
| 4.1.1 | Émile Durkheim |
4.1.1.1 Anti-Utilitarismus: Soziale und ökonomische Solidarität

In den Werken von Émile Durkheim stehen die sozialen Beziehungen im Vordergrund des menschlichen Denkens und Handelns und prägen alle Lebensbereiche. Dieser Primat der Gesellschaft bestimmt auch wirtschaftliche Prozesse: Im Gegensatz zum rational choice Ansatz vertritt Durkheim die These, dass nicht das Eigeninteresse menschliches (ökonomisches) Handeln bestimmt, sondern dass Menschen kooperieren und ihre individuellen Interessen jenen der Gruppe unterordnen. Dies bewirkt die Gesellschaft durch ein System von Werten und Gefühlen:
"Wenn sich eine Gruppe zu einem gemeinsamen Ziel zusammenschließt, wenn ihre Mitglieder ein Gefühl der Gemeinsamkeit verspüren, so stellen sie ihre eigenen persönlichen Interessen zurück, um der gemeinsamen Sache zu dienen." (Durkheim 1899 in Wilk 1996: 78, Übersetzung: Gertraud Seiser).
Auf diese Weise entsteht Solidarität: Solidarität im Bereich der Wirtschaft ist ein Produkt des sozialen Lebens. Daraus ergeben sich folgende Thesen:
- Wirtschaft und Gesellschaft sind eng miteinander verflochten.
- Ökonomisches Handeln war im Lauf der Geschichte politischen, religiösen und sozialen Institutionen untergeordnet.
- Die Gesellschaft bzw. das Soziale bestimmen die Wirtschaft.
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