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up 4 Institutionalismus / Substantivismus
up 4.1 Vordenker
up 4.1.1 Émile Durkheim

4.1.1.5 Kontrollierte Bedürfnisse, kontrollierte Ökonomie

Die gesellschaftliche Konstruktion von Wert macht die Menschen unabhängig von den "unsozialen unbegrenzten Begierden des Marktes" (Durkheim 1925/1961 in Wilk 1996: 79). Die Befriedigung der Bedürfnisse durch Individuen im Rahmen eines Marktes stellt für Durkheim (im Gegensatz zu den Vertretern des rational choice Modells) nicht die Basis der Gesellschaft dar. Vielmehr sieht er in den Bedürfnissen und (ökonomischen) Begierden die Wurzel allen Übels. Sie führen zu einem anarchistischen Kampf zwischen verschiedenen Interessen und zerstören die Gesellschaft. Nur durch verbindende kollektive Repräsentationen und soziale Regeln können sie kontrolliert werden.

Durkheim befürwortete daher die Kontrolle von bzw. das Eingreifen in wirtschaftliche Angelegenheiten durch den Staat (Regierung). Er war der Ansicht, dass im Lauf der Geschichte die Wirtschaft zum Wohle der Gesellschaft immer den politischen, religiösen und sozialen Institutionen untergeordnet war und von ihnen kontrolliert wurde. Die Probleme der europäischen Industriegesellschaft seiner Zeit führt er vor allem auf einen Kontrollverlust über ökonomische Prozesse zurück (vgl. Wilk 1996: 79-80).

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