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| 4 | Institutionalismus / Substantivismus | |
| 4.1 | Vordenker | |
| 4.1.2 | Max Weber |
4.1.2.2 Wirtschaft, Werte, Religion: "Die protestantische Ethik und der "Geist" des Kapitalismus"
Die Protestantische Ethik und der "Geist" des Kapitalismus (Weber 1904/05) stellt ein zentrales Werk für die Sozial- und Geisteswissenschaften dar, das sowohl inhaltlich als auch methodologisch insbesondere für die Soziologie konstituierend war. Max Webers berühmtestes Werk wird oft als Gegenentwurf zur materialistischen Geschichtsphilosophie gesehen, Weber selbst bezieht sich nur an manchen Stellen explizit auf Marx.
Der augenscheinlichste Unterschied liegt in der wesentlich bescheideneren Haltung Webers zu seiner Untersuchung: er unterstreicht mehrmals, dass er mit seinen Ausführungen zur protestantischen Ethik keineswegs den Anspruch stellt, eine universelle Erklärung für das Phänomen des modernen Kapitalismus zu liefern. Er selbst sieht seine Leistung auf zwei Ebenen: einerseits will er einen partikulären Beitrag zum Verständnis des modernen Kapitalismus und seines "Geistes" vorlegen, andererseits will er veranschaulichen, wie "Ideen" überhaupt in der Geschichte wirksam werden (Weber 1988:82).
Verkürzt die zentrale These:
Im katholischen mittelalterlichen Weltbild war Arbeit ein notwendiges Übel und keineswegs ethisch hoch bewertet. Arbeit wurde in erster Linie von unteren sozialen Schichten erzwungen. Das ideale Leben war die Vita contemplativa, das geruhsame und kontemplative Leben der Mönche in Armut und Gebet. Auch die landbesitzende katholische Aristokratie im 17. Jhdt. bewertete die Arbeit nicht sehr hoch. Ein geruhsames, bequemes Leben war das Ideal, die Gruppenzugehörigkeit war durch Geburt vorgegeben ("Gottes Wille", "Gottes Gnade"). Geringe soziale Mobilität war die Folge.
Der Protestantismus veränderte das europäische und amerikanische Wertesystem und schafft die geistigen Voraussetzungen für die Entstehung des Kapitalismus.
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