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Module

Die ersten vier Semester des Universitätslehrgangs gliedern sich in die vier Module Politik, Kultur, Wirtschaft und Natur. Jedes dieser Rahmenthemen umfasst verschiedene wissenschaftliche Disziplinen, wodurch alle Einheiten interdisziplinär gestaltet sind. Die Module beleuchten jedes Semester einen anderen Aspekt des Rahmenthemas, sodass es zu keiner inhaltlichen Wiederholung des Lehrangebots kommt. Für die inhaltliche Gestaltung der einzelnen Lehrgangsmodule ist jedes Semester ein Koordinator/eine Koordinatorin bzw. ein KoordinatorInnenteam verantwortlich. Die SemesterkoordinatorInnen gestalten die Ringvorlesung, das Konversatorium und die Fachseminare zu einem von ihnen konzipierten Themenschwerpunkt im jeweiligen Modul.

Modul Politik

Das Modul widmet sich der Geschichte, der Politik, dem Rechts- und Staatswesen in Lateinamerika. Politische Ereignisse und soziale Strukturen nachvollziehen zu können, ermöglicht ein tieferes Verständnis für die unterschiedlichen politischen Entwicklungen in Vergangenheit und Gegenwart. Ethnische Konflikte in Lateinamerika werden ebenso thematisiert wie z.B. soziale Bewegungen, Migration, Energiepolitik oder das Geschlechterverhältnis. Dieses Geschichts- und Politikverständnis überwindet nationale Beschränkungen und stellt die Großregion Lateinamerika in ihren globalen Kontext. Die Studierenden lernen, aktuelle Entwicklungen im politischen Feld zu erkennen, diese empirisch zu erfassen, zu interpretieren sowie Entscheidungskompetenzen für politische und soziale Problemlösungen selbständig zu erarbeiten.

Modul Kultur

Das Modul beschäftigt sich mit der kulturellen Vielfalt Lateinamerikas. Es spannt den Bogen von theoretischen Perspektiven der Kultur- und Sozialanthropologie, den Cultural Studies, Sprach- und Literaturwissenschaften bis zu den kunstakademischen Disziplinen. In diesem Modul werden auch die ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen berücksichtigt, unter denen sich die unterschiedlichen ethnischen und lokalen Gefüge in Lateinamerika artikulieren und wahrgenommen werden. Einen weiteren Schwerpunkt bildet  das künstlerische Schaffen lateinamerikanischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Musikerinnen und Musiker sowie die Filmproduktion oder die darstellende Kunst. Prozesse von kulturellen Verflechtungen werden in Hinblick auf die Umstände der Globalisierung besonders beachtet und analysiert. Den Studierenden wird die theoretische, methodische und empirische  Kompetenz vermittelt, Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Lebenswelten und kulturellen Ausdrucksformen in Lateinamerika zu erkennen, zu analysieren und miteinander zu vergleichen.

Modul Wirtschaft

Das Modul konfrontiert die Studierenden mit Themen aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinenkanon. Es geht um Produktion, Arbeitswelt, Handel und Finanzwesen und deren wirtschaftspolitische Gestaltung, vorwiegend, aber nicht ausschließlich auf der Ebene  der formellen Nationalökonomien und der internationalen Waren- und Finanzströme. Fragen des innerstaatlichen und des Völkerrechts, Erscheinungsformen der regionalen Integrationsprojekte werden unter diesem Schwerpunkt behandelt. Die immense Bedeutung des so genannten „informellen Sektors“ in Lateinamerika kommt zur Sprache genauso wie alternative Wirtschafts- und Organisationsformen. Vermittelt werden spezielle Kenntnisse über die makroökonomischen Entwicklungen und entwicklungspolitischen Strategien in Lateinamerika, die auch in ihrem  politischen und gesellschaftlichen Zusammenhang diskutiert werden. Lateinamerikas Einbindung in die Weltwirtschaft und Bestrebungen regionaler Integration werden in diesem Modul thematisiert, wobei stets die politischen und gesellschaftlichen Faktoren bedacht werden. Die lateinamerikanische entwicklungstheoretische Diskussion steht im Vordergrund des wirtschaftstheoretischen Zugangs in diesem Modul.

Modul Natur

Naturwissenschaftliche Themen, sowie Themen, die den Menschen und seine Eingriffe in den Naturhaushalt mit einbeziehen stehen am Ausgangspunkt. Das Spektrum reicht von Beiträgen aus der Biologie, der Humangeographie oder den Agrarwissenschaften bis hin zu konkreten angewandten Fallstudien, anhand derer z. B. Probleme des Natur- und Umweltschutzes in Lateinamerika  diskutiert werden. Den Studierenden wird die Kompetenz vermittelt, wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge insbesondere mit Fragen der Ökologie zu verknüpfen und Auswirkungen ökonomischer und gesellschaftlicher Prozesse auf das Ökosystem bzw. den Naturhaushalt zu erkennen. Die Diskussion von Fallbeispielen dient den Studierenden zum eigenständigen Erarbeiten von Problemlösungen.


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