Indigene wählen – verboten? Das indigene Mexiko und die Wahlen 2018

2018 ist in Lateinamerika ein Super-Wahl-Jahr: Costa Rica, Venezuela, Paraguay, Kolumbien, Brasilien und Mexiko sollen heuer neue PräsidentInnen und/oder Regierungen erhalten. Angesichts der ökonomischen, migrations- und sicherheitspolitischen Herausforderungen sind diese Entscheidungen weit über die Region hinaus von Relevanz. Auch für Europa. Die mexikanischen Wahlen im Juli sind durch die angespannte Beziehung zu den USA unter Trump von besonderer Brisanz. Eine der zentralen Fragen des Wahlkampfs, die hierzulande wenig Beachtung fand, ist die indigene Teilnahme am politischen Prozess. Die Kandidatur der María de Jesús Patricio – bekannt als Marichuy – scheiterte unter skandalösen Umständen an der Registrierung, worauf die New York Times polemisierte: "Für Indigene stimmen – verboten“. Diskutieren Sie gemeinsam mit einer Runde mexikanischer und österreichischer ExpertInnen.

Mit:

  • Eduardo Correa Senior (UNAM, Mexiko)
  • Johannes Neurath (Anthropologisches Museum, Mexiko)
  • Rodrigo Ruiz (Universität Wien)
  • Laura Santiago Fildan (Colectivo Acción Solidaria Mexico con Austria)
  • Patricia Zuckerhut (Universität Wien/LAI)

Moderation: Berthold Molden (LAI)

Dr. Eduardo Correa Senior, Professor für Psychologie an unterschiedlichen Universitäten in Mexiko, Kolumbien und den USA, lehrt Lateinamerikastudien an der UNAM, Mexiko. Forschung und Lehre an der Universidad Autónoma de la Ciudad de México (Aufbaustudiengänge Umweltbildung und Schutz und Förderung der Menschenrechte). Gründer der Beobachtungsstelle für die Einhaltung der Menschenrechte in Mexiko und Lateinamerika (Observatorio de los Derechos Humanos de los Pueblos en México).

Dr. Berthold Molden lehrt Globalgeschichte an der Universität Wien. Forschungsschwerpunkte:  Beziehungen zwischen Lateinamerika, den USA und Europa seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Lektor u.a. an den Universitäten Sorbonne, Toulouse und New Orleans zu mexikanischer und zentralamerikanischer Geschichte gelehrt. Seit Oktober 2017 Vorstandsmitglied des LAI.

Dr. Johannes Neurath studierte in Wien und Mexiko, arbeitet als Sozialanthropologe am Museo Nacional de Antropología in Mexiko-Stadt und lehrt an der Universidad Nacional Autónoma de México. Forschungsschwerpunkte: Wixarika, Kunstanthropologie, ethnographische Theorie, Mezcal, Museumsstudien. Zur Zeit Gastprofessor am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie de Universität Wien.

Rodrigo Ruiz, MA, geboren in Santiago Jamiltepec, Oaxaca (Mexiko), Doktorratsstudium an der Universität Wien. Studierte historische Anthropologie an der Universität von Veracruz, Masterstudium an der Universität von Ljubljana und der Universität Wien. Forschungsschwerpunkte unter anderem in den Bereichen Medien und Kommunikation, indigene soziale Organisationsformen, anarchistische Anthropologie, Epistemologie des Südens und Dekolonialisierungstheorien.

Laura Santiago Fildan, Mexikanerin, lebt und arbeitet in Wien. Mitglied der Colectivo Acción Solidaria Mexico con Austria. Aktive Teilnahme an Themen rund um die 43 vermissten Studenten von Ayotzinapa. Arbeitsschwerpunkte: Zapatistische autonome Gemeinschaften, zapatistische feministische Bewegung, indigener Widerstand in Mexiko. Kooperationen mit der Confederación Latino Americana, das Frauenzentrum in Wien sowie Colectivo Acción Solidaria México con Austria.

Dr.in Patricia Elisabeth Zuckerhut, PD.  Kultur- und Sozialanthropologin, Senior Lecturer am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien, Lektorin an verschiedenen Universitäten Österreichs. Leiterin des Interdisziplinären Universitätslehrgangs für Höhere Lateinamerika-Studien der UNI Wien. Forschungsschwerpunkte im Bereich der feministischen Anthropologie und zu Lateinamerika, insbesondere Mexiko. Seit Oktober 2017  Vorstandsmitglied des LAI.

Freier Eintritt - eine Spende ist willkommen!

Es wird darauf hingewiesen, dass am Veranstaltungsort Fotos oder Videos angefertigt werden und zu Zwecken der Dokumentation der Veranstaltung veröffentlicht werden können.